Rosenheim – Hell und freundlich wirkt der neue Busbahnhof – auch wenn er sich gestern bei der offiziellen Einweihung unter einem düsteren Regenhimmel zeigte. Ein ansprechendes und sicheres Umfeld ohne dunkle Hinterhöfe sei heute die Voraussetzung dafür, dass alle Bevölkerungsschichten den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) überzeugt und angstfrei nutzen, erklärte Staatssekretär Josef Zellmeier.
Er stellte angesichts angespannter Verkehrs- und Parksituationen in den Innenstädten die Bedeutung des ÖPNV in den Vordergrund seiner Ansprache. „Wir wollen in der Fläche die Anbindung an den öffentlichen Verkehr deutlich verbessern, indem wir die Neugründung und Erweiterung von Verkehrs- und Tarifverbünden fördern“, erklärte er mit Blick auf die diesbezüglichen Wünsche von Rosenheim. Auch die von Ministerpräsident Markus Söder angekündigte Alpen-Buslinie gehöre zum Bemühen, den ÖPNV attraktiver zu gestalten. Dieses Ziel soll auch durch Radschnellwege erreicht werden.
Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zeigte sich sichtlich erleichtert, dass der neue Busbahnhof nun seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Sie erinnerte im Beisein ihrer Stellvertreter und der Stadträte an den Start der Idee, am Bahnhof eine zentrale Mobilitätsdrehscheibe zu schaffen. „Heute geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung“, fasste sie zusammen und erinnerte zugleich an den Bahnhofsumbau, dessen Start bereits zehn Jahre zurückliegt und an die Aufnahme in das Städtebauprogramm West, welches die Chancen zur Finanzierung des Projekts steigerte. Ein weitsichtiger Beschluss der städtischen Entscheidungsträger habe es schließlich ermöglicht, dass heute an zehn Haltestellen 16 Linien des Regionalverkehrs direkt am Bahnhof zusammentreffen. „Von hier aus geht es per Umstieg an die nahe gelegenen Haltestellen des Stadtverkehrs sowie zu Regional- und Fernzügen“, so die Stadtchefin vor Vertretern der Verwaltung, der Deutschen Bahn sowie der ausführenden Firmen, darunter die Arbeitsgemeinschaft Wich Architekten/Terranova.
Besonders hob Bauer die städtebauliche Bedeutung der Mobilitätsdrehscheibe hervor. „Der neue Busbahnhof ist ein Tor zur Stadt Rosenheim“, sagte sie. Als Zeichen der Verbundenheit zwischen Stadt und Landkreis waren deshalb zahlreiche Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden sowie die Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer gekommen. Beim Bau habe die Kommune größten Wert auf die Barrierefreiheit, ein modernes Fahrgastinformationssystem und ein ansprechendes Lichtkonzept gelegt, so Bauer. Die Kosten lagen bei rund 7,9 Millionen Euro, 2,8 Millionen Euro gab es als Förderung durch den Freistaat.
Die Segnung nahmen der evangelische Pfarrer Dr. Bernd Rother und der katholische Prodekan Sebastian Heindl, Pfarrer der Stadtteilkirche Am Zug, vor. Sie stellten den Gedanken der Gemeinschaft in den Vordergrund, der im Gegensatz zum Auto im Bus dominiere. „Beim Warten an der Haltestelle können sich interessante Gespräche mit anderen Menschen ergeben“, so Rother.
Musikalisch umrahmten den Festakt die Sambatrommler der Musikschule, die Stadtkapelle und die Big Band „Swing Inn“. Die Rosenheimer Verkehrsgesellschaft (RoVG) war mit einem Infostand vertreten. Für Imbiss und Getränke sorgten das Team von der Fahrradstation am Gleis 1 und Stände aus Stadt und Landkreis.