Neuer Stadtteil an der Lena-Christ-Strasse

Einigkeit: ein „großer Wurf“

von Redaktion

„Ein großer Wurf“, ist Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer überzeugt. Diese Meinung zum Vorentwurf für die neue Wohnsiedlung „Lena-Christ-Straße“ teilte auch der Baugenehmigungs- und Stadtentwicklungsausschuss. Er empfahl dem Stadtrat einstimmig, den Siegerentwurf aus dem Architektenwettbewerb zu realisieren.

Rosenheim – Vier winkelförmige Baukörper mit fünf Geschossen, die einen großzügigen Hof umfassen, ein achtgeschossiges Gebäude, das den wichtigsten Eingang an der Westerndorfer Straße markiert: Das sind die Merkmale des Siegerentwurfs des Architekturbüros SPP Sturm, Peter + Peter, München. Der Aufsichtsrat der kommunalen Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft GRWS, Bauherrin der neuen Siedlung, hatte bereits im Juni beschlossen, sich der Empfehlung des Preisgerichts für den Architektenwettbewerb anzuschließen. Das tat jetzt auch der Bauausschuss.

Selten hat die Architektur eines Bauvorhabens in Rosenheim eine solch breite Zustimmung gefunden. „Wir sind begeistert“, sagte Dr. Thomas Huber (CSU). Er sieht das Quartier nach der Realisierung deutlich aufgewertet. Die klare Architektursprache lobte Andreas Lakowski (SPD). Die vier Winkelgebäude wirken kompakt, öffnen sich aber mehrfach nach außen und gruppieren sich um Höfe mit halbprivaten Spiel- und Aufenthaltsbereichen – ein gelungenes Wechselspiel zwischen „Offenheit und Privatheit“, so Lakowski. Von einer „guten Wahl“ sprach auch Dritte Bürgermeisterin Dr. Beate Burkl (Freie Wähler/UP). Franz Opperer (Grüne) nannte den Entwurf „sehr gelungen“.

2020 soll der Baubeginn sein

Wenn der Stadtrat dies auch so sieht, wovon auszugehen ist, wird der Bebauungsplan für das Areal auf dieser Grundlage weiterentwickelt. Im vierten Quartal 2018 soll er nach der Öffentlichkeitsbeteiligung gebilligt werden. Als Baubeginn wird das Jahr 2020 angepeilt.

Von einer weiteren Verdichtung in die Höhe nahm der Bauausschuss Abstand. Der Leiter des Stadtplanungsamtes, Robin Nolasco, hatte die Frage untersucht, ob es möglich wäre, angesichts der Rosenheimer Wohnungsnot noch ein Stockwerk draufzupacken. Nolasco riet davon ab – aus optischen Gründen und auch, weil sich die Zahl der auszuweisenden Stellflächen von 55 auf 77 erhöhen würde. „Wir wollen es nicht überreizen“, warnte auch die Oberbürgermeisterin.

Die Blöcke aus den 50er- Jahren auf dem Gelände südlich der Hochschule an der Lena-Christ-Straße werden demnächst abgerissen. 200 neue Mietwohnungen in einer Größe zwischen 50 und 95 Quadratmetern für 500 bis 600 Menschen entstehen. Die Hälfte wird frei finanziert, die andere einkommensorientiert gefördert. Auf diese Mischung setzt die Stadt seit Längerem, um soziale Brennpunkte zu verhindern.

Die Wohnanlage an der Lena-Christ-Straße ersetzt zum großen Teil die wegfallende Bogensiedlung. Auf ihrem Areal wird die Hochschule erweitern – auch um einen geschlossenen Campus für die Studenten zu entwickeln.

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