Rosenheim – Die Bürgerinitiative Kufsteiner Straße macht Druck – mit einem offenen Brief an die Oberbürgermeisterin und das Baudezernat, der fordert, im gesamten Bereich auch die dreispurige Variante eines Ausbaus zu überprüfen.
„Wir sind für eine Erneuerung der Kufsteiner Straße, jedoch wie bisher dreispurig, mit wechselnden Linksabbiegespuren und sicheren Radwegen, Fußwegen und Bushaltestellen“, haben Gisela Riedl und Kurt Hainke stellvertretend für die Anlieger als Ziel formuliert. Heute, Montag, wollen sie bei der Bürgerversammlung im Pfarrzentrum Heilig Blut erneut öffentlich für dieses Anliegen eintreten. Ihren Wunsch fasst Hainke so zusammen: „Eine ehrliche Prüfung beider Varianten – drei- und vierspurig, die miteinander verglichen werden und eine Entscheidung, die die vernünftigste Lösung auch unter Berücksichtigung der Kosten und moderner Verkehrskonzepte heranzieht sowie die Bürger bereits in der Phase der Vorplanungen beteiligt.“ Denn: „Ein echter Bürgerdialog fand bisher nicht statt“, finden die Anlieger.
Eine Basis für die Prüfung beider Varianten ist nach Ansicht der Bürgerinitiative gegeben. Sie vertritt die Meinung, Ende vergangenen Jahres habe der Stadtrat beschlossen, für den gesamten Ausbau der Kufsteiner Straße – also für den nördlichen und den südlichen Teilabschnitt – auch eine dreispurige Variante auf Machbarkeit zu überprüfen.
Tatsache ist: Der erste Beschluss zum vierspurigen Ausbau fiel bereits im Jahr 2000 – nach Meinung der Kritiker ist er jedoch nicht mehr zeitgemäß. Derzeit ist nur der nördliche Teil der Kufsteiner Straße von der Briançon- bis zur Klepperstraße in der Planung. Im Fokus steht das Nadelöhr der 100 Jahre alten Eisenbahnunterführung. Im Rahmen ihrer Erneuerung soll die Unterführung aufgeweitet werden. Im nördlichen Bereich steht die Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Kreuzungspunkte im Fokus. Ob dies auch durch eine dreispurige Lösung erreicht werden könne, werde bei der Vorbereitung der Unterlagen für die Planfeststellung geprüft, so Baudezernent Helmut Cybulska gegenüber der OVB-Stadtredaktion im März.
An der Kufsteiner Straße befinden sich über 100 Betriebe, die auf Linksabbieger und Parkplätze angewiesen sind. „Existenzgefährdend“ sei ein Ausbau von Tür zu Tür mit durchgezogenem Mittelstreifen, der ein Überfahren und Abbiegen unmöglich mache und zu langen Umwegen führe, warnen die Initiativenmitglieder.