Rosenheim – Die Mädchen der Klassen 7D/8M und der Bigband hatten die Feier im Ballhaus sozusagen mit „Pauken und Trompeten“ eröffnet: mit der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel.
Genau der richtige Einstieg zum Abschlussfest, wie Schulleiterin Ramm verdeutlichte. Sie erinnerte, wie die Schülerinnen vor sechs oder sieben Jahren eingeschult wurden. Ab da bis zum heutigen Tag sei wohl mancher Traum in Erfüllung gegangen, mancher vielleicht zerplatzt. Ramm zitierte die Autorin Marie von Ebner-Eschenbach:„Nenne dich nicht arm, wenn deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind, wirklich arm ist der, der nie geträumt hat.“
Sich ständig zu bemühen, etwa am Arbeitsplatz, beim Studium und natürlich in der Schule, zahle sich aus, sagte sie. Denn: „Heute bekommt ihr das Reifezeugnis“. Ramm ging auf den guten Ruf der Realschule im Bildungsland Bayern ein. Diese Aussage untermauerte sie: Beim Abschlussjahrgang 2018 habe es 37 Absolventinnen mit einer Eins vor dem Komma gegeben – „mehr als letztes Jahr.“ Allerdings gebe es auch mehr Misserfolge als im Vorjahr. Sie sei sich aber sicher, „unsere Absolventinnen machen ihren Weg; wenn auch manche die ein oder andere Schleife mehr dreht. Euch stehen alle Möglichkeiten offen, nutzt sie und sucht nach Lösungen und nicht nach Schuldigen!“ Laut Ramm hatte sich die Mädchenrealschule vor 15 Jahren unter Leitung von Maria Kleeberger für drei Säulen des „Unesco-Profils“ entschieden: sich umfassend zu bilden, einander zu begegnen und die Welt zu achten. Dieser Gedanke sei an der Schule immer zu spüren, auch wenn „Unesco“ kein Fach auf dem Stundenplan sei, fügte Ramm an.
In Zeiten der Digitalisierung gerate das wertschätzende, persönliche Miteinander in große Gefahr, führte die Schulleiterin vor Eltern, Lehrern und der ganzen Schulfamilie aus. Es werde immer mehr in Abkürzungen oder orthografischen Katastrophen kommuniziert. Deshalb ihr Wunsch, den sie den Absolventinnen auf den Weg mitgeben wolle: „Pflegt die persönliche Beziehung zueinander, nehmt euch Zeit für den anderen und vermeidet Wortfetzen, die man oft nur falsch verstehen kann.“ Andernfalls bliebe auch die Empathie auf der Strecke.
Abschließend ermunterte Ramm, Dinge zu hinterfragen, sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen, den Mut zur eigenen Meinung zu haben und nicht in die Falle von Oberflächlichkeit und Desinformation zu geraten.
In den Reigen der Gratulanten reihten sich Vertreter des Elterbeirates ein sowie der SMV („Schreitet mutig in die Zukunft“), während Bürgermeisterin Dr. Beate Burkl die vielen Aktivitäten der Schule hervorhob (Unesco, Schüleraustausch, soziales Engagement, Fair-trade-Gedanke mit Eröffnung des Fair-trade-Schülercafés).
Unter den 117 Schülerinnen, die das Zeugnis der mittleren Reife erhielten, waren 37 Absolventinnen mit einer Eins vor dem Komma. Als Geste der Wertschätzung erhielten sie je einen Kinogutschein. Die zwei Besten des Prüfungsjahrgangs waren mit der Traumnote 1,0 Verena Aull (10M) und Sophie Sponfeldner (10D).
Besonders geehrt wurden Katharina Braun (10A) und Lisa Bucher (10B), die sich während der ganzen Realschulzeit in der Bläserklasse beziehungsweise der Big Band engagiert hatten.ew