Noch immer ist sie nicht beendet, die Debatte um die Frage, warum die deutsche Fußballnationalmannschaft so kläglich versagt hat bei der WM in Russland. Hunderte Experten haben in den vergangenen Wochen gefragt und ungefragt ihre Meinungen dazu kundgetan.
Auch Stadtrat Rudolf Hötzel, eigentlich ein Eishockey-Fachmann, wundert sich nicht, dass Jogis Jungs so blamabel abgeschnitten haben: Schließlich wird in Rosenheim erneut ein Bolzplatz einem Neubauvorhaben geopfert. „Schade um den Rasen, wenn man bedenkt, wie schlecht es um den deutschen Fußball steht“, klagte Hötzel in der Stadtratssitzung angesichts der Tatsache, dass der neue Hort für die Prinzregentenschule auf dem gegenüberliegenden Sportplatz gebaut wird. „Stimmt, es steht schlecht um den deutschen Fußball“, seufzte auch die Oberbürgermeisterin. Doch es bleibt dabei: Der Rasen wird geopfert. Rosenheim wird also seiner Verantwortung bei der Rettung der Nationalelf nicht gerecht werden. Die Analysten, die in den vergangenen Wochen die Schuld Trainer Löw, dem DFB, Özil und den viel zu satten Stars in die Schuhe geschoben haben, können bei ihrer Ursachenforschung den schwarzen Peter jetzt auch noch an die Stadt Rosenheim weitergeben.
Spaß beiseite: Auch wenn Hötzel mit seiner Bemerkung großes Gelächter im Stadtrat auslöste, ganz unrecht hat er nicht. Die Fußballstars von morgen fangen in der Regel auf den Bolzplätzen in ihrer Nachbarschaft an. Dort wachsen die Straßenfußballer heran, die Deutschland so schmerzlich vermisst.