Brenner-nordzulauf

Trasse durch Panger Felder „unvorstellbar“

von Redaktion

Ende September werden die Rosenheimer Vertreter im Gemeindeforum des Dialogprozesses zum Brenner-Nordzulauf Stellung zum bisherigen Planungsstand nehmen. Auf Anfrage von Georg Soyer (CSU) gab es im Stadtrat Vorabinformationen. Wichtigste Aussage: Eine Trasse durch die Panger Felder gilt als „unvorstellbar“.

Rosenheim – „Da fallen mir keine gescheiten Sätze ein“, seufzte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer angesichts der hoch komplexen und „anspruchsvollen“ Thematik, zu der sie von Soyer um einen Sachstandbericht gebeten worden war.

Rosenheim ist gemeinsam mit Bad Feilnbach, Kolbermoor, Riedering, Rohrdorf und Stephanskirchen Mitglied im Gemeindeforum Rosenheim Süd. Die Stadt vertreten dort neben der Oberbürgermeisterin der Baudezernent Helmut Cybulska, Hermann Biehler (für das Rosenheimer Forum Städtebau und Umweltfragen sowie für die Rosenheimer Bürgerinitiativen), Bauernobmann Josef Gilg und Wolfgang Janhsen, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK). Rosenheim ist insofern von den vor wenigen Wochen aufgezeigten Grobtrassenvorschlägen betroffen, als dass Anknüpfungspunkte und -Gleise an die Bestandsstrecke auf städtischem Gebiet liegen könnten. Rosenheim möchte keine Zerschneidung von Landschaften und mehr Lärmschutz, aber auch nicht, dass die Stadt ihre Rolle als Verkehrsknotenpunkt verliert und abgeschnitten wird.

Nach Einschätzung von Bauer stehe fest: „Die Bestandsstrecke verträgt keinen weiteren Durchgangsverkehr.“ Und weiter: „400 Züge kann ich nicht zulassen.“ Also müsse eine Neubaustrecke kommen. Eine Trasse über die Panger Felder und den Sportplatz mit Querung der Kalten darf es jedoch angesichts des jahrzehntelangen Bemühens der Kommune, diesen Grüngürtel zu erhalten, nicht geben, unterstrich Baudezernent Cybulska. Er räumte jedoch auch ein: „Alle Grobtrassen sind nicht konfliktfrei.“ Deshalb zeigte Bauer Verständnis für die Kommunen im Osten und Westen der Landkreises, die sich gegen mögliche zweigleisige Trassen auf ihrem Gebiet wehren – „und sehr intensiv in Demos investieren“, so die Oberbürgermeisterin.

Franz Lukas, Fraktionsvorsitzender der Grünen, griff ein Gerücht auf, das derzeit die Runde mache: Eine Trasse könne quer über das Aichergelände gelegt und mit der Aicherparkbrücke verbunden werden – angeblich der eigentliche Grund für die Baustartverzögerung.

Die Oberbürgermeisterin sprach von einer von vielen „Verschwörungstheorien“, die das Mega-Projekt begleiten würden. Cybulska ergänzte, es bleibe bei den Festlegungen der Planfeststellung für die Westtangente: Die Arbeiten für die Aicherpark-Brücke seien ausgeschrieben, in den nächsten Wochen sei mit der Bauvergabe zu rechnen – ausschließlich für ein Straßenbauwerk.

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