Rosenheim – „Mini-Ro kennt nur Extreme. Entweder es regnet tagelang oder es ist wahnsinnig heiß“, sagt Dominique Magerstädt. Der 22-Jährige muss es wissen. Seit acht Jahren engagiert er sich als Betreuer bei der einwöchigen Ferienaktion des Stadtjugendrings. Davor war er viele Jahre als „Bürger“ zu Gast. „Als Kind hat mir an Mini-Ro gefallen, dass ich dort das machen konnte, was ich wollte. Jetzt als Betreuer freue ich mich, jedes Jahr auf viele bekannte Gesichter zu treffen. Mini-Ro ist wie eine große Familie“. Auch die Landkreis-Spielstadt auf dem Zeltplatz in Kohlstatt in der Gemeinde Riedering kennt Dominique Magerstädt aus eigener Erfahrung. Für ihn hat die Ferienaktion in Rosenheim aber einen klaren Vorteil: „Der See. Der ist natürlich super“. Nur eines würde er sich für Mini-Ro am Happingerausee noch wünschen: „Mehr befestigte Unterkünfte. Die wären sowohl bei Regen als auch bei Hitze besser als die Zelte.“
Tatsächlich halten sich die Kinder und Betreuer in diesem Jahr so wenig wie nur möglich in den Zelten auf. Werkstätten und Geschäfte wurden bereits am ersten Tag an schattige Plätze verlagert und auch da wurden die „Arbeitszeiten“ deutlich reduziert. Dafür stehen „Betriebsausflüge“ hoch im Kurs. Die meisten enden – natürlich – am See, denn Abkühlung ist bei dieser Hitze enorm gefragt.
Das „Strandbad“ nimmt aber immer nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern gleichzeitig auf. „Bei 160 Kindern im See würden unsere Betreuer schnell den Überblick verlieren. Das geht natürlich nicht“, erklärt Markus Bundil vom Stadtjugendring. Damit das Bade- und Planschvergnügen kein böses Ende nimmt, wurde ein abgetrennter Nichtschwimmer-Bereich eingerichtet. Ins tiefere Wasser dürfen die Kinder nur mit Schwimmwesten. Außerdem gibt es in diesem Jahr neu einen Hochsitz für noch besseren Überblick. Damit sich die Kinder nicht überhitzen, achten die Betreuer heuer besonders aufmerksam darauf, dass ausreichend getrunken wird. Kopfbedeckung und Sonnenschutz sind für alle „Bewohner“ Pflicht.
An Kreativität und Ideenreichtum mangelt es den Bürgern von Mini-Ro aber trotz hoher Temperaturen nicht, beispielsweise wurde heuer ein Taxi-Unternehmen gegründet. „Das läuft prima“, freut sich der elfjährige Jonas, der das Rikscha-Geschäftsmodell dann vor zwei Tagen zusammen mit einigen Freunden für die stolze Summe von 320 „Minis“ – der offiziellen Währung der Spielstadt“ von den Unternehmensgründern abgekauft hat. „Die wollten nicht mehr. Aber wir wussten, dass sich damit gut Geld verdienen lässt“, erzählt Jonas stolz.
Mini-Ro-Bürgermeister trifft seine „Amtskollegin“
Gabriele Bauer
Amtierender Bürgermeister von Mini-Ro ist Alan. Der Elfjährige hat sich eine Lohnerhöhung für alle Bewohner und einen vergünstigten Eintritt ins Strandbad auf die Fahnen geschrieben. Jüngst führte er Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Bürgermeister Anton Heindl, Grüne-Stadträtin Judith Kley-Stephan, SPD-Stadtrat Robert Metzger, ÖDP-Stadtrat Horst Halser und Jugendamtsleiterin Caroline Rapp durch seine Gemeinde. Danach stand für alle Bürger eine Talkshow mit den prominenten Gästen auf dem Programm.
„Der Bedarf an Freizeitaktivitäten wie Mini-Ro ist riesig“, informierte Sonja Gintenreiter, stellvertretende Vorsitzende des Stadtjugendrings, zu Beginn. Die Kinder wollten von ihren Gästen unter anderem wissen, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, das Freizeitgelände am Happingerausee zu vergrößern. Diese zeigten sich für diese Idee durchaus aufgeschlossen. Zumindest nach den Vorstellungen der Bürger von Mini-Ro könnte es in Zukunft also schon bald eine Zweigstelle der Ferienaktion am Floriansee geben, mit direkter Verbindung zur Zentrale am Happingeraussee – mittels Bimmelbahn!