„Kampf gegen das Insektensterben muss Oberthema werden“

von Redaktion

Stadt geht mit gutem Beispiel voran und sucht den Schulterschluss mit den Landwirten

Rosenheim – Ein aktueller Bericht des Bayerischen Umweltministeriums zeigt: Die Artenvielfalt geht stark zurück – bei Tagfaltern, Heuschrecken und Libellen sogar um über 50 Prozent. Alarmierende Zahlen, welche die SPD-Stadtratsfraktion zum Anlass nahm, nachzufragen, ob es auch für Rosenheim Erhebungen gibt. Das ist nicht der Fall, doch das Grünflächen- und Umweltamt geht davon aus, dass der bayern- und deutschlandweite Trend auch für die Stadt gilt.

Was tun? Die Kommune verzichtet, wie berichtet, auf die chemische Keule bei der Grünpflege. Sie bestückt Staudenflächen bevorzugt mit für Insekten attraktiven Nektarpflanzen. Sie mäht seltener als früher, lässt Totholz stehen. Der Kampf gegen das Insektensterben „muss städtisches Oberthema werden“, betont Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

Markus Dick (SPD) appellierte unter anderem dafür, Initiativen und Aktionsbündnisse wie „Ebersberg summt“ in Rosenheim zu übernehmen. Im Umweltausschuss des Stadtrates forderten die Mitglieder außerdem den Schulterschluss mit den Landwirten. Dass sie bereits einiges tun – unter anderem durch Blühstreifen an Feldrändern (siehe Bericht oben) – war der Oberbürgermeisterin schon aufgefallen. Doch nicht jeder Bauer kann extensivieren, seltener mähen oder auf Spritzmittel verzichten. Deshalb müsse, so Daniel Artmann (CSU), „mit den Bauern geredet werden“.

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