Bahnhaltepunkte Feldolling und Rosenheim-Aicherpark sowie barrierefreier Bahnhof Heufeld

Ein Spatenstich, drei Bauprojekte

von Redaktion

„Eins, zwei, drei und los“: Per siebenfachem Spatenstich erfolgte gestern Nachmittag der Startschuss für drei langersehnte und wegweisende Projekte entlang der Gleise zwischen Feldkirchen-Westerham und Rosenheim. Drei barrierefreie Haltepunkte entstehen ab sofort in Feldolling, Heufeld und im Aicherpark.

Rosenheim/Feldolling – Die eingleisige elektrifizierte Bahnstrecke Holzkirchen-Rosenheim, bekannt als Mangfalltalbahn, erhält mit den neuen Haltepunkten in Feldolling und Rosenheim zwei neue Bahnstationen. In Heufeld wiederum erfolgt „nur“ der barrierefreie Ausbau.

Die Mangfalltalbahn, früher bayerische Maximiliansbahn, wurde vom bayerischen Staat erbaut und 1857 fertiggestellt. Die Strecke endete damals im Rosenheimer Vorort „Am Roßacker“.

Die Planungen für Haltepunkte in Feldolling, Rosenheim-Aicherpark begannen bereits 1995. Unter dem Credo „Gut Ding braucht Weile“ war gestern dann auch die Freude über den Beginn der langersehnten Baumaßnahme groß. Klaus-Dieter Josel (DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern) hob den halbstündlichen Fahrtakt auf dieser Strecke, das Investitionsvolumen von 5,5 Millionen Euro sowie das Ziel des barrierefreien Zugfahrens hervor: „80 Prozent sind uns hier schon gelungen. Um die restlichen 20 Prozent zu schaffen, fehlen aber noch um die 600 Bahnhöfe“, so Josel.

Wermutstropfen: Inbetriebnahme nicht mehr in 2018

Er hatte zudem einen Wermutstropfen zum Spatenstich im Gepäck: „Aus der anvisierten Inbetriebnahme der Stationen im Dezember dieses Jahres wird leider nichts. Aufgrund der Ausschreibung, der Terminkoordination der Baufirmen und der dann kommenden Wintermonate werden die Fahrgäste erst Mitte des Jahres in Feldolling und am Aicherpark in die Züge einsteigen können.“ Heufeld hingegen soll noch in 2018 fertiggestellt werden.

„Glück auf“ für die Baustelle wünschte Ilse Aigner. Die stellvertretende Ministerpräsidentin und seit vier Monaten im Amt als Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, wusste aus eigener Erfahrung um die Bedeutung der Mangfalltalbahn: „Ich bin viele Jahre per Zug von meiner Heimatgemeinde Feldkirchen-Westerham aus in die Schule und zur Berufsausbildung gefahren.“ Sie freute sich, dass sie quasi „daheim“ einen Spatenstich für drei Bauprojekte absolvierte: „Damit helfen wir 1700 Einsteigern pro Tag und allein rund 300 Pendlern hier in Feldolling.“

Die Strecke Holzkirchen-Rosenheim sei bayernweit überdurchschnittlich ausgebaut. „Der halbstündliche Takt ist unser Ziel für den gesamten Freistaat.“ Aigner hob dabei die gute Zusammenarbeit mit Bundestagsabgeordneter Daniela Ludwig hervor. Der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie die Vernetzung mit Park- und Ride-Plätzen sowie Fahrradständern sei dabei unerlässlich. „Deshalb haben Bund und Freistaat hier weitere 100 Millionen Euro auf den Weg gebracht“, so die Ministerin.

Im Aicherpark hat die Einrichtung der Baustelle in den vergangenen Wochen stattgefunden. Jetzt erfolgt in den kommenden Monaten der Bau eines modularen Bahnsteigs mit einer Höhe von 76 Zentimetern – über der Schienenoberkante. Die Länge beträgt 140 Meter, breit ist der Bahnsteig 2,50 Meter. Integriert ist in die Betonoberfläche ein sogenanntes taktiles Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte (mit Blindenstock ertastbar). Eine Wetterschutzanlage ist auf dem Bahnsteig eingeplant. Dorthin führt eine barrierefreie Rampe.

Fahrgastinformationen erfolgen über einen dynamischen Schriftanzeiger samt Lautsprecher sowie über Aushänge in einer Vitrine. Beleuchtung, Beschilderung, Abfall- und Streugutbehälter werden ebenfalls eingebaut beziehungsweise errichtet.

Bis zum Herbst sind jetzt unter anderem Erdbau, Einbau von Fertigteilfundamenten und Bahnsteigmodulen sowie die Errichtung der Beleuchtungsmasten und der Bau von Treppe und Rampe anvisiert. Anschluss- und Restarbeiten erfolgen dann bis Mitte 2019 samt Leit- und Sicherungstechnik, Umbau des Bahnübergangs Kolbermoor mit Kabelverlegung und Signalversetzung. Die Planungs- und Baukosten für den Haltepunkt Aicherpark werden mit rund zwei Millionen Euro beziffert. Diese Summe wird von Bund, Freistaat Bayern und der Bahn finanziert. Der Bahnhaltepunkt in Feldolling wiederum – ebenfalls erst Mitte 2019 fertig – kostet rund 1,7 Millionen Euro. Die Maßnahme in Heufeld ist mit 1,8 Millionen Euro veranschlagt.

In zwei Minuten von der Innenstadt ins Gewerbegebiet

Die Bürgermeister der drei Kommunen Feldkirchen-Westerham (Hans Schaberl), Bruckmühl (Richard Richter) und für Rosenheim (Dr. Beate Burkl) hoben die Bedeutung der Bahn für Arbeitnehmer hervor. Dass sich der Verkehr und dessen Ströme massiv verändern und es diese zu lenken gelte, waren sie sich alle einig. Schaberl wünschte sich aber ein Tarifnetz und, „dass man mit einer Fahrkarte unterwegs sein kann.“

Dr. Beate Burkl wiederum erinnerte an die enge geschichtliche Verbundenheit Rosenheims mit der Bahn. Die nachhaltige Mobilität ist für sie auch eine zentrale Aufgabe der Zeit. Die Anbindung des Aicherparks an das Bahnnetz mit einem Haltepunkt sei enorm wichtig. „Arbeitnehmer können künftig binnen zwei Minuten von der Innenstadt ins Gewerbegebiet.“ Dies sei eine hohe Attraktivitätssteigerung des Nahverkehrs, so Burkl. Sie ließ dabei nicht unerwähnt, dass die Stadt Rosenheim für 100000 Euro hier die entsprechende Fuß- und Radwegeverbindung schaffe.

Bruckmühls Rathauschef Richter – der als „Herr“ über vier Haltepunkte auf seinem Gemeindegebiet verfügt – hob beim Festakt den hohen Bedarf und die steigende Frequenz der Bahnstationen hervor: „Der Haltepunkt Hinrichssegen verzeichnet binnen eines Jahres die zweitmeisten Zu- und Aussteiger in der Kommune.

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