Rosenheim/Ecuador – „Ich wollte einfach mal raus aus Deutschland“, antwortet die 19-jährige Magdalena Lappy auf die Frage, warum sie sich vor rund einem Jahr für einen Freiwilligendienst in Südamerika entschieden hat.
Zuerst ging es für die damals frischgebackene Abiturientin vom Karolinen-Gymnasium in die Hauptstadt Quito zu einem dreiwöchigen Sprachkurs und von dort weiter in das Dorf Oyacoto. „Ich habe dort Englisch unterrichtet. In der Pause habe ich beim Essenausteilen und Tellerwaschen geholfen“, berichtet Lappy und fügt hinzu: „Zweimal in der Woche habe ich zudem Deutschunterricht gegeben.“
Lappy nutzte den Freiwilligendienst, um die Einwohner, die Kultur und die Sprache Südamerikas besser kennenzulernen. „Außerdem wollte ich etwas Gutes tun“, so die 19-Jährige.
Mittlerweile sind elf Monate vergangen und die Rosenheimerin ist zurück in ihrer Heimat. Im Gepäck hat sie viele neue Eindrücke und Erkenntnisse. „Die Arbeit war für mich oft eine Herausforderung, da es in Oyacoto viel an Disziplin und Respekt fehlt“, erinnert sie sich an einige der schwierigen Momente. Auch mit kulturellen Schwierigkeiten hatte die 19-Jährige immer wieder zu kämpfen. Halt in diesen Momenten gab ihr ihre Gastfamilie in Quito, bei der Lappy die ersten Monate ihres Abenteuers verbrachte. „Sie sind fast so etwas wie eine zweite Familie für mich geworden“, sagt sie im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen und fügt hinzu: „Ab und zu hatte ich aber trotzdem kleine Heimwehphasen. Aber zum Glück waren mein Freund, meine Eltern und mein Bruder zu Besuch.“
Den größten Unterschied zu Deutschland, den die 19-Jährige bemerkte, war übrigens die südamerikanische Mentalität: „Trotz der fehlenden Disziplin im Land, gab es in meiner Schule viel strengere Regeln als in Deutschland und es wird sehr viel Wert auf Pünktlichkeit gelegt. Aber ich habe auch das Gefühl, dass noch viel mehr Kultur vorhanden ist.“ Ein weiterer Unterschied: Der ungeregelte Verkehr in Südamerika setzte der 19-Jährigen immer wieder zu.
Vom Andenhochland in den Regenwald
Während die Rosenheimerin unter der Woche voll eingespannt war, waren die Wochenenden frei. „Ich war öfters in Quito, in den umliegenden Städten oder habe andere Freiwillige besucht“, erzählt sie. In ihren vier Wochen Urlaub reiste sie vom Andenhochland in den Regenwald.
Ein Blick zurück: Als die damals frisch gebackene Abiturientin kurz vor ihrem Auslandsantritt die OVB-Redaktion besuchte, hatte sie ein Ziel vor Augen. Nach ihrem Freiwilligendienst wollte sie schlauer und selbstbewusster wieder nach Hause kommen.
Fazit: „Ich denke, ich bin auf jeden Fall reifer und offener geworden. Außerdem habe ich Berührungsängste verloren und die Möglichkeit bekommen, Dinge von einer anderen Perspektive zu sehen“, sagt sie mit Stolz.
Ihre Entscheidung, an dem Freiwilligendienst teilzunehmen, bereut Lappy also auf keinen Fall. Ein besonderer Bonus: Nach elf Monaten spricht sie fließend Spanisch.
Und worüber freut sich die 19-Jährige in Deutschland am meisten? „Auf meine Familie, meinen Freund und die gewohnte Umgebung.“ Kurz denkt sie nach. „Aber auch darauf, mehr Freiheiten zu haben und mich generell etwas sicherer zu fühlen.“