Was tun beim Wespenstich

Kühlen statt kratzen

von Redaktion

Die warmen Temperaturen haben in den letzten Wochen zu vielen Aktivitäten im Freien eingeladen. Biergarten, Schwimmbad oder einfach nur gemütlich auf dem Balkon sitzen. Doch oftmals wird man hier verstärkt von Wespen gestört – und die können auch zustechen.

Rosenheim – Sie sind der unbeliebte Gast beim Kaffeetrinken im Garten, stören jedes Picknick im Park und machen des Öfteren eine Sturzlandung ins Apfelschorle-Glas: Wespen sind von Menschen in der Region gefürchtet und versetzen viele in Panik. Zwar sind die gelb-gestreiften Tiere in den meisten Fällen friedlich, aber was passiert, wenn man doch gestochen wird? Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen spricht Allgemeinmediziner und Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Rosenheims, Dr. Fritz Ihler, über Vorbeugemaßnahmen und Verhaltensweisen.

„Sich mit Insektenschutzmitteln einreiben oder lange Sachen tragen, sind Möglichkeiten, sich vor Wespenstichen zu schützen“, rät der Experte. Dass man bei den derzeitigen Temperaturen auf Jacke und lange Hose verzichtet, ist Ihler aber durchaus bewusst. Also doch der Griff zum Insektenschutzmittel, dass man nahezu überall käuflich erwerben kann.

„Bei Rötungen und Schwellungen sollte ein Arzt aufgesucht werden.“

Dr. Fritz Ihler

Aber was tun, wenn man nun trotzdem gestochen wird? „Das Gefährlichste ist, wenn man eine Wespe verschluckt“, so der Allgemeinmediziner und fügt hinzu: „Sitzt man also beispielsweise im Biergarten und nimmt einen Schluck von seinem Süßgetränk, in dem möglicherweise eine Wespe gelandet ist, kann das Tier den Betroffenen in den Hals stechen. Das kann lebensbedrohlich sein.“ Hier gilt das sofortige Aufsuchen eines Notarztes.

Weniger schlimm ist ein Stich in anderen Körperregionen. „Wichtig ist hier, dass man nicht kratzt, sondern konsequent kühlt“, sagt der Experte. Außerdem muss überprüft werden, ob der Stachel noch steckt, ein Gang zum Arzt ist hierfür aber nicht notwendig.

„Dennoch ist es wichtig, den Stich zu beobachten. Sollten Rötungen und Schwellungen auftreten, ist der Besuch eines Doktors ratsam“, so Ihler. Dieser verschreibt den Patienten dann in den meisten Fällen ein Antibiotikum.

Übrigens: Der Allgemeinmediziner warnt besonders Allergiker: „Es ist wichtig, dass Betroffene immer ein Notfall-Set dabei haben oder aber unmittelbar einen Arzt aufsuchen.“

Und was tun, wenn man nicht weiß, ob sein Kind allergisch ist oder nicht? Laut dem Medizinischen Direktor der Romed-Kliniken Dr. Christoph Knothe ist es wichtig, nach einem Wespenstich auf eine übermäßige Rötung, Schwellung oder aber Atemnot zu achten. Treten diese Symptome auf, sollte der Arzt schnellstmöglich aufgesucht werden.

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