Rosenheim – „Ich war schon immer sehr musikalisch“, beginnt Franz Huber das Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Sein Können stellt der 17-Jährige jetzt auf dem Rosenheimer Herbstfest unter Beweis – an der Drehorgel.
Zweimal wöchentlich können die Besucher den Klängen dieses Musikinstruments lauschen, das auf dem Herbstfest schon lange keine Neuheit mehr ist. Seit 15 Jahren steht es am Eingang der Loretowiese und verzaubert mit Musik, die direkt vom Herzen kommt.
Normalerweise dreht Joachim Voit die Orgel, aber der Ameranger musste sich einer Knieoperation unterziehen und befindet sich momentan in der Reha. „Ich hätte es schade gefunden, wenn es in diesem Jahr keine Drehorgel auf dem Herbstfest gegeben hätte“, so Voit und fügt hinzu: „Also habe ich eine Anzeige aufgegeben, auf die sich Franz Huber gemeldet hat.“ Und der macht seine Sache mindestens genauso gut. „Ich kenne alle Stücke. Wichtig ist es, auf das Tempo zu achten“, so der 17-Jährige.
Der Aufbau der Drehorgel entspricht übrigens dem Prinzip einer feststehenden Pfeifenorgel. Der Musiker braucht keine Noten zu lesen, da die Drehorgel das Stück bereits im Kasteninneren hat. „Schwer ist es nicht, aber mit der Zeit merkt man es schon im Arm“, so Huber. Verständlich, denn der 17-Jährige dreht fast sechs Stunden am Tag – teilweise nur mit kurzen Pausen. Übrigens: Eine wirkliche Spieldauer gibt es nicht. Der Mensch verwaltet sein Konzert selber. Es endet, wenn der Drehorgelspieler nicht mehr dreht.
Huber ist mit Leidenschaft dabei, das merkt man. Bekleidet mit schwarzen Weste, weißem Hemd und mit hochgekrempelten Ärmeln dreht er seine musikalischen Runden. Den Besuchern gefällt es. Viele halten inne und lauschen den Liedern. So sorgt Franz Huber für einen entschleunigten Moment auf dem sonst so turbulenten Rosenheimer Herbstfest.