Rosenheim – Schaustellerin Monika Zahn kommt mit ihrer Enten-Angelei weit herum. Auf den Halt in Rosenheim freut sie sich aber immer besonders. „Die Atmosphäre hier ist unwahrscheinlich schön“, schwärmte sie. Irene Hanika von „Balloni“ war der gleichen Meinung. Auch für sie zählt das Rosenheimer Herbstfest zu den schönsten Festen überhaupt: „Hier kommt noch die ganze Familie zusammen zum Feiern. Dieses Miteinander erlebt man sonst kaum noch. In anderen Städten geht es eigentlich nur noch um Party und Trinken.“
„In anderen Städten kommen die Besucher sogar in Jogginghose.“
Caroline Weeber
Während Irene Hanika und Monika Zahn schon seit vielen Jahren bei der Rosenheimer Wiesn mit dabei sind, ist Caroline Weeber vom „Superbowler“ zum ersten Mal zu Gast. „Wir freuen uns sehr, dass es in diesem Jahr geklappt hat“, erzählte sie. Ihr gefällt am Rosenheimer Herbstfest, dass Tradition und Brauchtum eine wichtige Rolle spielen: „Die vielen Trachten geben ein so schönes Bild ab. In anderen Städten kommen die Besucher sogar in Jogginghose.“
Das bisherige Fazit fällt bei den Schaustellern durch die Bank trotz durchwachsenen Wetters positiv aus.
„Wir erbitten uns
von der Politik
weniger Bürokratie.“
Max Fahrenschon
Schausteller-Sprecher Max Fahrenschon hofft, dass sich die Sonne zum Wiesn-Endspurt hin wieder öfters zeigt und sich so die durch den Regen der vergangenen Tage verursachten Defizite besonders bei den offenen Fahrgeschäften wieder ausgleichen lassen. „Wir erbitten uns von der Politik keine Unterstützung. Aber wir wünschen uns weniger Bürokratie“, meinte er beim Weißwurstfrühstück im Flötzinger-Festzelt, das nach dem gut besuchten Gottesdienst stattfand. Für Herrmann Tomczyk, Vorsitzender des Herbstfest-Ausschusses des Wirtschaftlichen Verbandes, zeigt der Schausteller-Gottesdienst, dass die Rosenheimer Wiesn neben der Geselligkeit auch Platz für Ruhe und innere Einkehr biete.
Wie wichtig beides ist, sprach auch Schausteller-Seelsorger Sascha Ellinghaus in seiner Predigt an. Aktuell werde man selbst im nächsten Umfeld Zeuge von Konflikten. „Wir spüren eine Veränderung“, meinte er. Sicherheit spiele auch bei den Schaustellern mittlerweile eine erhebliche Rolle. Es sei eine legitime Forderung an die Politik, die Schausteller mit den damit verbundenen Kosten nicht alleine zu lassen.
Die Gläubigen rief er dazu auf, sich für den Frieden einzusetzen. Dafür nötig seien keine großen Heldentaten: „Es reichen das rechte Wort zur richtigen Zeit, Gebete und kleine Opfer.“
Für die musikalische Umrahmung des Schausteller- Gottesdienstes sorgten bereits zum 49. Mal die Inntaler Sänger.