Rosenheim/Regello – Lonika Herzog, die Vorsitzende des Fördervereins und langjährige Bratscherin im Orchester, berichtet von Bus und Pkw, die bei der Abreise nach Italien bis oben hin vollgeladen waren mit Koffern, zwei Harfen, einem Großaufgebot an Schlagwerk wie Marimba- und Vibrafon nebst diversen Pauken, Streichinstrumenten, Bläsern und Gepäck für 57 Personen. „Leider war der Reiseverkehr ziemlich heftig und wir waren über elf Stunden unterwegs“, erzählt sie. An eine abendliche Probe war deshalb nicht mehr zu denken.
Frisch renoviert war die Unterkunft im Casa Cares, einer Einrichtung der Waldenserkirche. Hier wurde in einer ehemaligen Kapelle jeweils dreimal täglich zwei bis zweieinhalb Stunden intensiv geprobt, nur unterbrochen von den gemeinsamen Mahlzeiten, Stimmproben und Freizeit zum Selberüben. Abends traf sich die Gruppe zu Kammermusik, Ratschen, Kartenspielen oder auch zu Rundläufen um die Tischtennisplatte. Einmal gab es einen Grillabend im Park des großen Gutsgeländes. Eine Einführung in die Olivenölherstellung mit Degustation brachte den Rosenheimern die nachhaltige Arbeit auf dem Gutshof, auf dem auch Honig und Marmeladen hergestellt werden, näher. Eine kleine Delegation machte sich auf den Weg nach Florenz zum Blasinstrumentenbauer, um eine Beule ausbessern zu lassen, die einen Posaunisten beim Spielen behinderte. Nachmittags ging es an diesem Tag zu einer Fahrt ans Meer nach Tirrenia bei Pisa, an einem anderen Tag stand eine kurze Wanderung in die Umgebung an, sodass immer wieder ein Ausgleich zum Proben geschaffen war. An einem Abend gab das Jugendorchester ein Konzert in der nahen Kirche in Cascia, das mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Auch Dirigent Rainer Heilmann war mit dem Gehörten zufrieden.
Die Rückfahrt nach Deutschland am nächsten Tag wurde unterbrochen in Lazise, Rosenheims Partnerstadt, durch ein dort gegebenes Konzert – was von allen eine große logistische Disziplin erforderte, mussten doch alle Instrumente in kürzester Zeit ausgeladen, in die Kirche Santi Zenone e Martino geschafft und nach dem Konzert schleunigst wieder verstaut werden. Auch hier wurde das Konzert gebannt und immer wieder mit Zwischenapplaus aufgenommen. Das „Arche“-Programm mit der „Symphonie fantastique“ von Hector Berlioz, dem Doppelkonzert für Marimba- und Vibrafon von Emmanuel Sejourné sowie einer Suite von Claude Debussy lockte auch laufend Touristen an. Die Italien-Woche war auch wichtig für die Gemeinschaft der jungen Orchestermitglieder, den Zusammenhalt und für die musikalische Arbeit.
Die Konzerte finden einmal am morgigen Samstag, 15. September, 20 Uhr, im Ballhaus statt – dabei wird dem Jugendorchester der Kulturpreis überreicht – sowie am Sonntag, 16. September, 19 Uhr im Wasserburg Rathaussaal. rj