Rund um den Stadtkalender

von Redaktion

Interview Stadtheimatpfleger Karl Mair erläutert, wie der Stadtkalender entsteht

Ein neuer Sport erobert auch Rosenheim: Fußballspieler auf der Loretowiese am 13. Mai 1920, das Kalenderblatt für August 2019. Fotos Stadtarchiv

Auflage für 2019: 1000 Exemplare

Wo gibt es den Stadtkalender? Im Stadtarchiv, im Städtischen Museum und im Buchhandel

Was kostet er? 15 Euro

Wie viele sind in den vergangenen 25 Jahren schon verkauft worden? Knapp 25000 Exemplare (von einigen Jahrgängen gibt es noch Restexemplare)

Begehrte „Bilder aus Alt-Rosenheim“

Rosenheim – Sammelstück, begehrtes Geschenk: Der Stadtkalender „Bilder aus Alt-Rosenheim“ erscheint heuer zum 25. Mal. Karl Mair, Leiter des Stadtarchivs, erläutert im Interview, wie die Motive ausgewählt werden – und welche Monatsblätter ihm besonders gut gefallen.

Was war der Grund für die Herausgabe des ersten Stadtkalenders „Bilder aus Alt-Rosenheim“ vor 25 Jahren? Wer hatte die Idee?

Die Idee für den Kalender stammt von der damaligen Stadtarchivarin Ingeborg Armbrüster und ihrem Team. Mit dem Kalender für das Jahr 1995 gab das Stadtarchiv zum ersten Mal eine eigene Veröffentlichung heraus. Der erste Kalender erschien noch in etwas kleinerem Format. 1996 wurde das bis heute bewährte Format eingeführt.

Nach welchen Kriterien werden die Monatsmotive ausgewählt?

Die Motive stammen aus dem Zeitraum von der Verbreitung der Fotografie Mitte des 19. Jahrhunderts bis etwa um 1930. Die im Kalender dargestellten Gebäude, Alltagsszenen und Ereignisse sollen natürlich möglichst noch nicht in einer früheren Ausgabe abgebildet gewesen sein. Nicht ganz einfach ist es, innerhalb des Kalenders eine gleichmäßige Mischung von Architekturmotiven und Fotos von Ereignissen zu erreichen, da in den Beständen des Stadtarchivs die historischen Gebäudeansichten überwiegen. Personen wurden um 1900 in der Regel im Fotoatelier abgelichtet, viel seltener aber im Rahmen von Alltagsszenen im öffentlichen Raum. Da muss man schon etwas suchen, um ein für den Kalender passendes Motiv zu finden.

Was unterscheidet den Stadtkalender des Stadtarchivs von Publikationen ähnlicher Art?

Mittlerweile sind mehrere Kalender mit Rosenheimer Stadtansichten auf dem Markt, meist mit aktuellen Fotos. Im Gegensatz zu diesen Produkten besitzt unser Kalender auf der Rückseite jedes Blattes immer einen erläuternden Text, der anhand von Quellen im Stadtarchiv recherchiert worden ist. Im Lauf der Jahre sind diese Texte immer umfangreicher geworden.

Wie erklärt sich das Stadtarchiv die Tatsache, dass „die Bilder aus Alt-Rosenheim“ ein echter Bestseller geworden sind?

Alte Stadtansichten wecken grundsätzlich großes Interesse. Für viele Rosenheimer ist es mittlerweile zur Gewohnheit geworden, sich im Herbst den Kalender für das folgende Jahr zu kaufen oder ihn an Weihnachten zu verschenken. Viele sammeln den Kalender seit Jahren und fragen sogar im Stadtarchiv nach Exemplaren früherer Jahrgänge nach. Übrigens denken wir immer wieder daran, die Gestaltung des Kalenders zu ändern, was aber wegen der seit Jahren bewährten und bekannten Form bisher nicht erfolgt ist.

Was ist für Sie als Autor das interessanteste Monatsbild 2019?

Da gibt es mehrere. Ein Bild zeigt beispielsweise die alte Stadtgärtnerei im Bereich der heutigen Innsbrucker Straße, wo inzwischen große Wohnblöcke stehen. Hier gab es früher am Wochenende zugängliche Gewächshäuser und sogar einen Pflanzenverkauf an Privatleute. Ein anderes Motiv zeigt Rosenheimer und Münchner Fußballer auf der Loretowiese 1920. Bei den Recherchen konnte ich das Jahr 1897 als mutmaßlichen Beginn des Fußballsports in Rosenheim herausfinden. Für viele Rosenheimer ist sicher auch die Ansicht des einstigen Spiel- und Haushaltswarengeschäfts Spickenreuther in der Münchener Straße mit Erinnerungen verbunden.

Interview: Heike Duczek

Artikel 1 von 11