Leserbrief zum Bericht im Lokalteil „Vorschläge, die knirschen“
Im wahrsten Sinne des Wortes hat es bei der Sondersitzung des Stadtrates „geknirscht“, aber nur heimlich in den Köpfen der Zuhörer. In eindringlicher, aber doch kaltschnäuziger Art wurde versucht, uns Bürgern Verständnis für das „Unabwendbare“, eine zweigleisige Nordzulaufstrecke, ausgelegt auf bis zu 230 km/h Höchstgeschwindigkeit, abzuringen.
Da schiebt sich zum Beispiel eine Strecke vom östlichen Kolbermoor, durch einen Tunnel austretend, in eine Engstelle von 120 Metern Breite zwischen Häuserecken der westlichen Panger Siedlung und der östlichsten Bebauung von Westerndorf am Wasen. Dieser Korridor kreuzt ein Naturschutzgebiet im Bereich des Kaltenbaches und die Sportanlage des SV Pang. Gleich im Anschluss passiert die Strecke eine Barockkirche mit Deutschlands größter Zwiebelkuppel. Weiter geht diese scheinbar geradlinigste Streckenführung Richtung A8 und darüber mittels einer Brücke. Egal, wie hoch sie werden muss – sicherlich hat die Zuführung schon durch die maximal zugelassene Steigung von 12,5 Promille wohl einen Kilometer vorher anzusteigen. Das heißt: Ständerbau oder Dammaufschüttung. Wie kann so ein Korridor überhaupt in Erwägung gezogen werden? Das entbehrt jeglicher Vernunft und spiegelt eine Rücksichtslosigkeit, die an Menschenverachtung grenzt, wider. Seit 40 Jahren wohne und lebe ich in Pang. Damals begannen auch die Planungen der Westtangente. Denen haben wir zwar zugestimmt, aber unser Einwand, doch die westlichste Trasse durch minderwertigen Staatsforst zu führen, wurde abgetan. Nach dieser Enttäuschung erwarten die Planer von Regierung und DB von uns Bürgern nun erneut Vertrauen und Verständnis. Die Verantwortlichen lassen die „Katze einfach nicht aus dem Sack“ und provozieren somit, dass brave, rechtschaffene Bürger plötzlich auf die Barrikaden gehen. Sagt uns endlich, was ihr wann wie zu gestalten denkt und beweist uns, dass ihr das großartige oberbayerische Voralpenland schützen und nicht „zersägen“ wollt.
Franz Knarr
Rosenheim