… und ein Kunstobjekt als Schaukel (Pfeil) – Szenen vom 6. August dieses Jahres um 23.25 UhrFotos Privat
Rosenheim – „Es ist ein Privileg, dort zu wohnen“, stellten die Anlieger aus der Hausgemeinschaft Innterrassen klar. Sie wohnen direkt am Mangfallpark, schönstes Überbleibsel der Landesgartenschau. Ein Naherholungsparadies mitten in der Stadt, das an den vielen lauen Sommerabenden in diesem Jahr besonders viele Menschen anlockte, die hier spazieren gingen, sich trafen und auch feierten. Doch die abendlichen Partys fanden aufgrund der Temperaturen abends oft kein Ende. „Wir wollen keine Spaßbremsen sein“, sagte Dr. Gisbert Schulze, „doch das ging einfach zu weit.“
Die Lärmbelästigungen auf die Spitze getrieben hat das Drachenbootrennen – wobei es nicht der Wettkampf war, sondern die Feier danach. Aus den Lautsprechern gab es Dauerbeschallung mit Discomusik. Bis 21 Uhr hatte die Stadt eine Siegerehrung genehmigt, daraus war wohl eine ausgelassene Party geworden. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und Ordnungsamtsleiter Oliver Horner versprachen, dass es keine Wiederholung dieser Party geben wird. Mit dem Veranstalter, dem Kajak-Klub, werde die Einhaltung der Auflagen besprochen. Die Feiern nach den Rennen fanden in den vorherigen Jahren stets in einem Saal statt, heuer nur ausnahmsweise im Freien.
Trotzdem: Es ist nicht die Großveranstaltung allein, sondern die Dauerbeschallung durch lärmende Passanten, die den Bürgern zu schaffen macht. 2015 haben Anlieger zum ersten Mal bei der Stadt auf die Ruhestörungen hingewiesen: feiernde Gruppen, die ihren Müll auf Wiesen und in Beeten verstreuen, Herrchen und Frauchen, die ihre Hunde frei laufen lassen, lärmende Nachtschwärmer, die mit Alkohol durch den Park ziehen. Und auch so manchen Unsinn anstellen, wie am 6. August, als Feiernde im „Straßenlaternenwald“, einem Kunstobjekt aus der Landesgartenschau, herumkletterten. Sie hängten sich an die Leuchtkörper, droschen mit Bierflaschen auf sie ein.
Was kann gegen solche Missstände getan werden? Mehr kontrollieren, so der Wunsch der Anlieger. Polizei, Ordnungsdienst der Stadt, Sicherheitswacht: Sie alle sollen noch stärker Präsenz im Mangfallpark Nord und Süd sowie am Innspitz zeigen, auf Einhaltung der Auflagen pochen, wenn möglich konsequent Bußgelder erheben. „Die Satzung des Parks scheint niemand zu kennen“, ärgert sich Bewohner Professor Dr. Bernhard Liesenkötter. Die Satzung stelle schließlich ganz genau fest, was hier erlaubt sei und was nicht. Wer sich nicht daran halte, könne mit Platzverweis oder Geldbuße bestraft werden.
Die Oberbürgermeisterin versprach eine stärkere Bestreifung und Präsenz durch Kontrollen vor Ort, zeigte jedoch auch deutlich auf, wie schwierig es ist, Ruhestörer auf frischer Tat zu ertappen.