Ortstermin mit Naturschutzbehörde zeigt Komplexität der Problematik in Fürstätt auf
Krähenplage: Fällung von Brutbäumen?
Fürstätt – Die von der Krähenplage genervten Anlieger in Fürstätt müssen weiter auf Maßnahmen warten: Beim Ortstermin mit der Höheren Naturschutzbehörde gab es noch keine konkreten Ergebnisse, teilte gestern der Leiter des Grünflächen- und Umweltamtes der Stadt, Ralf Seeburger, auf Anfrage mit.
Trotzdem könnte es sein, dass etwas geschieht: Denn in der ersten Reihe der Bäume an der Kampenwandstraße, in denen viele der geschützten Saatkrähen brüten, stehen Fällungen an. Zuständig ist das Staatliche Forstamt. Grund ist das Eschentriebsterben. Damit es zu keiner Gefahr für Passanten kommt, sollen erkrankte Bäume entfernt werden. Die Stadt wird Kontakt mit dem Staatsforstbetrieb aufnehmen und klären, ob die Behörde die Fällungen im Winter beantragt hat und auch durchführen wird.
Auch eine Vergrämung bedarf einer Genehmigung durch die Höhere Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberbayern. Fest steht jedoch: „Rabenvögel sind schlau“, so Seeburger. Sie lassen sich nicht immer dauerhaft austricksen – etwa durch die Entnahme von Eiern oder Nestern. Es besteht die Gefahr, dass sich Splitterkolonien bilden oder sich die Population in die Nähe anderer Siedlungen verschiebt. Dann hätten die Bürger dort das Geschrei der Vögel auszuhalten. Das Problem: Die Saatkrähen haben kaum noch natürliche Feinde. Sie finden an den Kiesbänken der Mangfall, wo das Feiervolk Essensreste zurücklässt und die Mülleimer voll sind, einen gedeckten Tisch vor.
Manchmal reguliert sich ein Bestand auch von selbst. Beispiel Loretowiese: Dort hat sich nach Beobachtungen der Stadt die Kolonie stabilisiert.