Den Weg der Heiligkeit gehen

von Redaktion

Gastkommentar

Wer als Tourist nachmittags an Allerheiligen an einem Friedhof in katholisch geprägten Gegenden in Bayern vorbeikommt, der kann feststellen, dass dort „Hochbetrieb“ herrscht. Der Tourist könnte sich dann erstaunt fragen, was das alles bedeuten soll: Wieso feiern heute noch so viele Menschen diesen Tag im Gedenken an alle Heiligen, wo doch bei sehr vielen Menschen im Alltag der Glaube und die religiöse Praxis kaum eine Rolle spielen?

Zunächst wird man wohl antworten müssen, dass an Allerheiligen am Friedhof eigentlich ja Allerseelen gefeiert wird. Wir gedenken als Christen unserer verstorbenen Verwandten und beten für sie. Der Allerheiligennachmittag ist deshalb noch immer ein Familientag, zu dem dann auch von überall her Menschen zu den Gräbern ihrer Vorfahren kommen. Nicht selten setzt sich der Tag dann bei einem gemeinsamen Verwandtschaftstreffen zuhause fort. In der Andacht wird meist in besonderer Weise der Verstorbenen des letzten Jahres gedacht und gebetet. Mit so vielen Leuten nochmals in der Kirche versammelt zu sein, kann eine gute Unterstützung im Trauerprozess sein. Oft wird nach der Namensverlesung eine Kerze angezündet, die daran erinnert, dass unseren Verstorbenen das ewige Licht Gottes leuchten soll und sie somit ewiges Glück finden können.

Wenn Menschen zu ihren Lebzeiten wirklich bestrebt waren, im Licht des Glaubens ihr Leben in allen Höhen und Tiefen zu meistern, dann dürfen wir annehmen, dass sie bei Gott sind, dort ihr Glück gefunden haben und somit heilig sind. Für jeden Menschen ist es möglich und wünschenswert, den Weg der Heiligkeit in seinem konkreten Alltag zu gehen, wie auch Papst Franziskus betont.

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