Hier darf kein Talent verloren gehen

von Redaktion

Begabungskonzept „Fit in die Zukunft“ feiert zehnten Geburtstag

Helene

9, Schülerin

Diana Barac

33, Mutter

Almedina Redzic

26, Erzieherin

Susanna Bauer

59, Konrektorin

Rosenheim – Sofia will Astronautin werden und Thomas konnte bereits erste Erfolge bei Schachturnieren für sich verbuchen: Die beiden sind zwei von rund 22 000 Kindern, die bereits ihr Talent bei „Fit in die Zukunft“ (FitZ) entdeckt haben. Jetzt feierte das Rosenheimer Begabungsförderungskonzept mit einem bunten und informativen Nachmittag seinen zehnten Geburtstag im Sparkassenhochhaus.

Ursprünglich hatte „FitZ“ nur die Hochbegabten im Fokus. Nach ersten Besprechungen mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt und mit Vertretern von Grundschulen und Kindergärten stand dann aber schnell fest: Diese Art der Förderung soll allen Kindern zugutekommen, denn, so Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer bei der Geburtstagsfeier: „Kein Talent darf verloren gehen.“

„FitZ“ entpuppte sich schnell als Leuchtturmprojekt. Mittlerweile sorgt das Rosenheimer Modell zur Förderung von Talenten sogar deutschlandweit für Aufmerksamkeit, wie Projektleiterin Ulrike Saalfrank berichtete.

„FitZ“ aktuell in 13

Kindertagesstätten

Aktuell findet „FitZ“ in 13 Kindertagesstätten und sieben Grundschulen statt. Damit profitieren derzeit mehr als 2600 Kinder jährlich von diesem Angebot. Ziel ist es, dass bis 2022 alle Kinder in Rosenheim auf diese Weise gefördert werden.

Das Besondere am Begabungskonzept „FitZ“: Statt der Eltern oder Erzieher dürfen die Kinder selbst entscheiden, für welchen Kurs sie sich interessieren. Auswählen können sie mittlerweile aus rund 200 Förderangeboten. Die Bandbreite reicht von Yoga und Akrobatik über Malen und Schnitzen, Singen und Tanzen, bis hin zu Forschung, Technik und Philosophie. Die Teilnahme ist kostenlos und freiwillig.

Pro Jahr kostet das gesamte „FitZ-Angebot“ rund 150000 Euro. Unterstützung gibt es von der Sparkassenstiftung Zukunft, der Stadt und weiteren Kooperationspartnern, unter anderem das staatliche Schulamt und weitere Stiftungen aus dem Rosenheimer Stiftungsnetz.

„Der Aufwand ist groß, auch von personeller Seite her, aber er lohnt“, steht für Wolfgang Zellner, Erster Vorsitzender des „FitZ“-Fördervereins, fest. „Was Kinder betrifft, betrifft die Menschheit“, betonte er.

Die Geburtstagsfeier stand unter dem Motto „Kindheit in Rosenheim neu denken und gestalten“. Die Kinder des FitZ-Chors ließen gut gelaunt und fröhlich „FitZ“ musikalisch hochleben. Ulrike Saalfrank schilderte, wie sich die Talentförderung in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat, beispielsweise spiele seit einigen Jahren die sozial-emotionale Begabung eine immer wichtigere Rolle. Das Gute an „FitZ“ sei, dass man „nicht von außen auf die Kinder einwirkt, sondern ihnen einen Freiraum schafft, indem sie sich selbst erfahren können.“

Alfons Maierthaler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, sagte weitere Unterstützung zu. „FitZ überzeugt“, meinte er. Begabungen würden dadurch entdeckt und gefördert und Kinder seelisch und persönlich stark gemacht werden.

Zur Feier eingeladen waren auch drei ehemalige „FitZ“-Kinder. Die Rosenheimer Gymnasiasten Sofia, Thomas und Timo erinnern sich gerne daran zurück. „Ich fand es toll“, erzählte die elfjährige Sofia. „FitZ“ habe ihr ermöglicht, in viele unterschiedliche Bereiche hinein zu schnuppern. „Ich habe Astronomie, Yoga, Mikroskopie, Forschung und Experimente gewählt“, erinnerte sich die Jugendliche.

Dieses Angebot habe sie als absolut bereichernd empfunden und sie sei dadurch auch in ihrem Berufswunsch „Astronautin“ bestärkt worden. Auch Thomas und Timo waren sich einig: „Das war eine sehr schöne Zeit.“ Die Schüler wünschten sich, dass in Zukunft alle Kinder von dieser Art der Förderung profitieren können.

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