Pizza-Fantasien

von Redaktion

Glosse

Am Anfang war das unbelegte Fladenbrot. Heute firmiert es, meist mit Oregano und Knoblauch gewürzt, als Pizzabrot. Dann entstand aus einer jähen Eingebung – so will es die Überlieferung – die erste belegte Pizza: die Margherita. Die – inzwischen widerlegte – Legende ihrer Geburt wurde auf den 11. Juni 1889 in Neapel datiert, als dort ein patriotisch gesinnter Pizzabäcker für die italienische Königin Margherita erstmals eine in den Nationalfarben belegte Pizza mit grünem Basilikum, weißem Mozzarella und roten Tomaten kreiert haben soll. Wissenschaftler fanden aber heraus, dass der Königin auch schon früher belegte Exemplare von anderen Pizzabäckern geliefert wurden. Bekanntlich gehört die Pizza zu den beliebtesten Speisen unserer Zivilisation. Ähnlich beliebt unter den mit Teigbeteiligung erschaffenen Appetit-Stillern sind Spaghetti, Döner, Hamburger und bei uns in Bayern die Leberkässemmel, international auch als „Bayernburger“ beworben.

Die Nachfrage der Kunden und die Fantasie der Pizzabäcker hat inzwischen zu einem umfangreichen Angebot von Varianten geführt, die sich weit vom Original entfernt haben und auch sprachlich bemerkenswert sind: da gibt es zum Beispiel Pizzen mit den Namen Buckelpiste, Feuerdämon, Gaumengangster, Hawaii, Homerun, Strandfieber, Sucuk Keeper, Wellenreiter, Würzwunder, X-Treme oder Urknall. Das alles hätten sich damals neapolitanische Pizzabäcker nicht träumen lassen – oder um es mit dem Münsteraner Kabarettisten Piet Klocke zu formulieren: „Das muss man sich mal auf der Zunge vorstellen…“

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