Rosenheim – Pinkfarbene Blumen, gelbe Sterne und ein großes Friedenszeichen in blau-weiß: So bunt war der Rathausplatz noch nie. Für die Unicef-Aktion „Spray for Peace“ besprühten Rosenheimer Schüler den Vorplatz des Rathauses und dekorierten ihn mit Motiven, die ihnen zum Thema Kinder und Frieden einfielen.
Den Gedanken
freien Lauf lassen
Die Aktion stand im Zeichen des internationalen Tages der Kinderrechte. Kinder und Jugendliche schlüpften weltweit in die Rolle von Erwachsenen. Auch in Rosenheim fand auf Initiative von Unicef ein „Kids Takeover“ statt. Heißt auf deutsch: Kinder und Jugendliche übernehmen das Ruder. „Es muss mehr getan werden, damit die Rechte von Kindern und Jugendlichen überall Wirklichkeit werden“, sagte Iris Huber, die Vorsitzende und Gründerin von Unicef Rosenheim. „Ich will mich für alle Kinder engagieren, die Hilfe benötigen.“ Möglich gemacht werden soll das mit Kampagnen, Mitmachaktionen und im Dialog mit der Politik. Oder eben durch die Mitmachaktion „Spray for Peace“.
„Ein wirkliches Konzept gibt es nicht. Die Kinder sollen einfach lossprühen und ihren Gedanken freien Lauf lassen“, sagt Christine Domek-Rußwurm, stellvertretende Vorsitzende von Unicef Rosenheim. Für Sonnen und Sterne sorgten Magdalena (zwölf), Sophie (zwölf) und Emilia (zwölf) vom Ignaz-Günther-Gymnasium. „Die Aktion ist super“, waren sich die drei Schülerinnen einig.
Auch Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und der stellvertretende Landrat Josef Huber zeigten sich begeistert und sprühten selbst – einer der Sonnen malten sie ein lachendes Gesicht.
Teil zwei der Aktion war ein Gespräch der Jugendlichen mit der Oberbürgermeisterin und dem Landrat, in dem die Jugendlichen verschiedene Wünsche und Verbesserungsvorschläge äußerten. Ziel des Gesprächs sei es, den Schülern eine Plattform für alltägliche Probleme zu geben, erklärte Iris Huber.
„Wir möchten die politische Bildung vorantreiben“, waren sich die Schüler einig. Ihr Wunsch: mehr Politik an Schulen. „Ich würde es wichtig finden, dass Jugendliche in die Politik eingebunden werden. Die Wie-Frage ist das Thema“, sagte Huber. Eine Lösung dafür nannte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, die auf die im Frühjahr 2019 erstmalig stattfindende Jungbürgerversammlung in Rosenheim hinwies.
Ein weiteres Thema, das die Schüler ansprachen, war der Nahverkehr. Bemängelt wurden die Busfahrzeiten und die Fahrradwege. „Wir sind dabei, ein Nahverkehrskonzept auf die Beine zu stellen“, sagten die Oberbürgermeisterin und Landrat Huber. Ziel sei es, das Busfahren attraktiver zu machen und Fahrradwege zu fördern, sagte Bauer.
Auch ein Tempo 30 vor allen Schulen sei wünschenswert, befanden die anwesenden Schüler. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer versprach die Forderungen weiterzugeben und lobte erneut das „außergewöhnliche Interesse“ der Jugendlichen.