„Die Auszeichnung finde ich entzückend“

von Redaktion

Interview Max Müller über seinen zweiten Platz als coolster TV-Kommissar

Rosenheim – Max Müller (53) spielt den Polizeihauptmeister Michi Mohr in der ZDF-Serie „Die Rosenheim-Cops“. Jetzt belegte er bei einem Ranking der TV-Zeitung „rtv“ zum coolsten TV-Kommissar den zweiten Platz. Im Gespräch erzählt Müller, warum er sich wenig für die neuen Medien interessiert und was Coolsein für ihn bedeutet.

Herr Müller, Glückwunsch zur Auszeichnung. Hätten Sie damit gerechnet?

Ich habe mich sehr darüber gefreut. Streng genommen bin ich ja kein Kommissar, sondern Polizeihauptmeister. Wenn ich an meine heiß geliebte Figur Michi Mohr denke, dann fallen mir Beschreibungen wie sympathisch, freundlich, hilfsbereit und lustig ein – aber an cool hätte ich nicht gedacht. Deswegen freue ich mich über den zweiten Platz umso mehr. Jetzt bin ich sozusagen der zweitcoolste Nicht-Kommissar von Deutschland. Diese Auszeichnung finde ich entzückend.

Verstaubt die Auszeichnung jetzt bei Ihnen zuhause?

Nein, natürlich nicht. Die steht auf einem Regal.

Was bedeutet es für Sie cool zu sein?

Cool heißt für mich in erster Linie, ganz bei sich zu sein. Es ist wichtig, sich nicht von Moden oder anderen Dingen, die gerade angesagt sind, anstecken zu lassen. Wenn etwas nicht mein Ding ist, dann hatte ich nie ein Problem damit, es nicht zu machen. Das ist für mich ein Wesen von „Coolness“.

Trends sind also für Sie nicht wichtig? Sind Sie denn in den sozialen Netzwerken unterwegs?

Ich habe erst seit vier Jahren einen Computer. Ich brauchte einfach keinen. Viele Dinge kann man per Telefon erledigen. Ich bin auch nicht in den sozialen Netzwerken unterwegs. Beruflich hat mich meine Agentin jetzt überredet, mir ein Profil zu erstellen, weil es zu einer Serienrolle einfach dazugehört. Allerdings habe ich ein Problem mit Freundschaftsanfragen. Freundschaften sind ein Ehrentitel. Ich kann doch nicht sagen, ich habe 17000 Freunde. Das ist lächerlich. Freundschaften gehören gepflegt und dazu habe ich momentan einfach nicht genügend Zeit. Ich habe eine Handvoll Freunde – analoge Freunde und das ist schon schön so.

Also kann man auch ohne Facebook, Twitter und Instagram cool sein?

Natürlich. Ich meine, ich hoffe es. Übrigens, ich habe auch kein Handy. Ich habe ein nachgebautes Nokia 3310. Das ist knallgelb. Jedes Mal, wenn ich das Handy raushole, bekomme ich unerwartet Komplimente. Über Umwege bin ich also doch wieder cool.

Was macht Sie aus, wenn es nicht das Coolsein ist?

Ein schönes anderes Wort für cool ist vielleicht authentisch. Wenn man einfach bei sich bleibt. So empfinde ich jedenfalls Coolness. Seit 32 Jahren bin ich im Beruf und ich habe mir den Luxus erlaubt, in meinem Privatleben nicht irgendetwas zu spielen. Ich bin so, wie ich bin. Ich bin ein eher stiller Mensch und habe nicht das Bedürfnis, ein großes Gerede um mich und meine Person zu machen. Wenn ich etwas zu sagen habe, dann sage ich es und wenn nicht, dann halte ich die Klappe. Auch beim Spielen habe ich nie versucht, jemanden nachzumachen. Ich habe nie danach geschielt, was denn jetzt gerade „in“ sein könnte. Die coolen Männer haben damals zum Beispiel immer einen Fünf-Tages-Bart getragen. Aber ich bin so ein Blondie. Das wird halt einfach nichts bei mir. Da muss man einfach bei sich selber stöbern, was einen ausmacht.

Was finden Sie an ihrer Rolle Michi Mohr cool?

Ich finde an Michi Mohr cool, dass er sich gut benimmt, dass er ein pflichtbewusster Mensch ist, der sagt was, er denkt. Außerdem mag ich, dass er gut integriert ist. Er ist beliebter Mensch und ein netter Kerl. Bei aller Schrägheit, die diese Figur ja auch hat, sagt er, wie es ihm ums Herz ist. Genau das finde ich cool.

Wirkliche Unterschiede zwischen der Rolle und Ihnen selbst gibt es dann ja eigentlich nicht, oder?

Man entkommt sich ja selbst nicht als Schauspieler. Du bist immer du selbst. Ich glaube, da begegnen sich Max Müller und Michi Mohr ganz gerne. Aber jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Meiner ist eben genau dieser. Ich will mich privat nicht verstellen.

Herr Müller, Sie haben das letzte Wort.

Sich einfach treu bleiben, das ist cool genug.

Interview: Anna Heise

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