Eine Seilbahn? Ein Aprilscherz!

von Redaktion

Zu dem Artikel „Seilbahn vom Schloßberg: Warum nicht?“, erschienen im Lokalteil:

Alle Ideen sind willkommen, die eine Verbesserung der Verkehrssituation in und um Rosenheim zum Ziel haben. Aber eine Seilbahn von Schloßberg nach Rosenheim – wie von den Freien Wählern vorgeschlagen – das dürfte eher für die OVB-Ausgabe zum 1. April passen, als zur Lösung der Verkehrsprobleme beizutragen.

Verminderung des Individualverkehrs – daran führt kein Weg vorbei und das geht nur mit einer Verbesserung des ÖPNV und der Fahrrad-Verkehrsinfrastruktur. Der Busverkehr hat in Rosenheim ein enges Netz, ist kurz getaktet und eigentlich ein gutes Angebot – siehe rege Nutzung der Adventsbusse. Leider ist er nicht flüssig und daher auch nicht zuverlässig. Das liegt an den häufigen Staus auf den Zufahrtsstraßen, die relativ schnell auf das gesamte Straßensystem anwachsen.

Ein sanfter Zwang auf den Pendlerverkehr könnte da nicht schaden, etwa Parkgebühren auf der Loretowiese. Zum ÖPNV gehört aber auch der Bahnverkehr, für den in der Region Rosenheim nahezu ideale Strecken verfügbar sind. Sie müssen nur für den Umland-Bereich besser erschlossen werden durch zusätzliche Haltestellen mit Park-and-ride-Plätzen (etwa in Stephanskirchen oder Ziegelberg).

Auch wenn’s manche nicht glauben wollen, neue Trassen des Brenner-Nordzulaufs würden hier helfen, weil sie die Bestandstrassen vom wachsenden Güterverkehr entlasten würden, sodass der Bahn-Knoten Rosenheim mehr Schienen-Nahverkehr verkraften könnte. Merke: Eine S-Bahn ist in jedem Fall schneller als eine Seilbahn.

Es bleibt zu hoffen, dass das erwartete SUR-Nahverkehrskonzept diesen Ansatz berücksichtigt und entsprechende Forderungen an die bayerische Eisenbahngesellschaft gestellt werden. Ob sie dann erfüllt werden, hängt wohl auch an dem Schicksal des Brenner-Nordzulaufs.

Manfred Kreibig
Pocking

Artikel 6 von 11