Schluss damit!

von Redaktion

Bundespolizei gibt Tipps, wie man sich vor Taschendieben schützen kann

Rosenheim – Sie sind schnell, präzise und haben es auf Wertsachen abgesehen: Taschendiebe. Wie man sich vor solchen Langfingern schützen kann, dazu gaben Vertreter der Bundespolizei Tipps, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn an einem Informationsstand in der Rosenheimer Bahnhofshalle.

Taschendiebe gehen immer ähnlich vor. Sie vermeiden beispielsweise den direkten Blickkontakt mit ihren potenziellen Opfern und fokussieren sich auf ihre Beute, sagt Rainer Scharf, Pressesprecher der Polizeiinspektion Rosenheim. „Jeder kann zum Täter werden“, sagt Scharf. Denn es sind nicht nur organisierte Banden, die die Straftaten begehen, sondern auch Gelegenheitsdiebe. Begehrtes Diebesgut sind Handys, Geldbeutel, Uhren und andere offensichtlich wertvolle Gegenstände, aber auch Rucksäcke und Taschen.

Unterwegs sind Diebe gerne dort, wo viele Menschen sind, bei größeren Veranstaltungen etwa. Daher ist der Christkindlmarkt ein beliebtes Ziel für sie. „Generell sind dicht gedrängte Menschenmengen ein Problem, zum Beispiel wenn Menschen trichterförmig auf ein Nadelöhr wie einen Ausgang zulaufen“, sagt Scharf.

Hohe Dunkelziffer

bei den Taten

Allein 2017 sind bei der Polizei Rosenheim 37 Taschendiebstähle gemeldet worden. Die Dunkelziffer liegt sicher höher, denn nicht jeder teilt es der Polizei mit, wenn er etwas vermisst hat. Verloren oder gestohlen – das ist nicht immer zu klären. Und doch gibt es viele Tipps, wie man sich gegen die Diebe schützen kann. So rät die Polizei:

• Taschen stets geschlossen halten und so tragen, dass die Öffnung zum Körper hin zeigt und nicht nach außen.

• Wertsachen nach Möglichkeit eng am Körper tragen, zum Beispiel in der Jacken-Innentasche. Hilfreich sind Brustbeutel, Geldgürtel oder Geldbörsen, die am Gürtel angekettet sind.

• Nur so viel Geld und andere Zahlungsmittel mitnehmen, wie tatsächlich gebraucht werden. Das begrenzt den Schaden.

• Persönliche Gegenstände und Taschen niemals unbeaufsichtigt lassen, auch nicht für kurze Zeit.

• Taschendiebe stehlen immer dann erfolgreich, wenn ihre Opfer abgelenkt sind. Daher ist es wichtig, auf Wertsachen zu achten, wenn man etwa in einem Geschäft an der Kasse steht oder die Zug-Anzeige in der Bahnhofshalle studiert.

Wer trotz dieser Ratschläge Opfer eines Taschendiebs geworden ist, sollte umgehend bei der Polizei Anzeige erstatten. Das gilt auch, wenn man nicht selbst betroffen, sondern lediglich Zeuge einer Tat geworden ist. Denn jede einzelne Information, die der Polizei zukommt, könne dabei helfen, den oder die Täter zu fassen, sagt Rainer Scharf. So kann die Polizei aus den eingegangenen Informationen eine Art Profil erstellen: Festhalten, wann wo welcher Diebstahl passiert ist und was gestohlen wurde. Dies hilft insbesondere, systematisch vorgehende Banden aufzuspüren. Selbst eine grobe Beschreibung eines Täters könne weiterhelfen. Handelt es sich um einen Wiederholungstäter, könne gezielt gegen ihn vorgegangen werden, sagt Scharf.

Der „Läufer“ taucht
mit der Beute unter

Besonders perfide ist das Vorgehen von organisierten Banden: „Die Ablenkung ist offensichtlich, das Klauen aber findet hintergründig statt“, sagt Scharf. So wird das Opfer von einem sogenannten Blocker angerempelt und abgelenkt, während ein Komplize dem Opfer von hinten die Geldbörse aus der Manteltasche zieht. Oft wird die Beute dann an eine weitere Person – die Polizei nennt sie „Läufer“ – weitergegeben. So wird der Dieb, selbst wenn er erwischt wird, nicht mit der Beute ertappt und kann alle Vorwürfe von sich weisen. Schon im Vorfeld eines Diebstahls könne man systematisch vorgehende Diebe an ihrem suchenden Blick erkennen, mit denen sie die Körper ihrer potenziellen Opfer scannen, sagt Scharf.

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