Zwischen Freude und Stress

von Redaktion

Gespräch mit Jugendlichen über Weihnachten, die Familie und über beliebte Rituale

Rosenheim – Weihnachten ist ein Fest der Familie. Ein Fest, bei dem man gerne daheim ist, Freunde und Verwandte trifft. Dass das auch bei Jugendlichen nach wie vor gut ankommt, zeigt sich im Gespräch mit den beiden Schwestern Carina (19) und Johanna (17) sowie mit Justin (16): Gedanken über Weihnachten, verschlossene Türen und den Sinn von Geschenken.

Wie feiert Ihr Weihnachten?

Justin: Heiligabend verbringe ich mit meinen drei Geschwistern und meiner Mutter, die übernimmt auch das Kochen. Im Wohnzimmer steht unser Weihnachtsbaum. Bis 18 Uhr ist dieses Zimmer für uns gesperrt. Nach dem Abendessen findet dann die Bescherung statt. Das ist immer toll und sehr angenehm.

Carina: Bei uns ist es ähnlich. Wir feiern mit der Familie. Wir werden auch aus dem Wohnzimmer verbannt. Dort kümmert sich unsere Mutter um das Schmücken des Baumes, da dürfen wir nicht mithelfen. Johanna und ich gehen dann meistens in die Stadt und kaufen die noch fehlenden Geschenke. Gegen 19 Uhr läutet bei uns das Glöckchen und wir versammeln uns alle vor dem Wohnzimmer.

Johanna: Nach dem Essen gibt’s die Bescherung. Danach geht es meistens in die Mitternachtsmette.

Was bedeutet Weihnachten für Euch?

Johanna: Für mich ist Weihnachten ein besinnliches Fest und die Möglichkeit, Zeit mit der Familie zu verbringen. Ich mag Weihnachten sehr und finde es unglaublich schön, wenn wir gemeinsam um den Christbaum sitzen.

Carina: Ich bin eher kein Weihnachtsmensch. Natürlich ist es schön, zusammenzusitzen. Aber ich mag den ganzen Stress vorher einfach nicht. Ich finde es auch nervig, dass über die drei Weihnachtstage nicht gestritten werden darf. Es ist nett, aber es ist auch immer wieder schön, wenn es vorbei ist.

Justin: Ich bin ein kleiner Weihnachtsfan, aber ich muss es nicht unbedingt haben. In erster Linie geht es bei mir um die Familie und nicht um den Glaubenshintergrund. Aber Weihnachten ist natürlich auch mit einem sehr großen Stress verbunden. Meine Mama ist in der Vorweihnachtszeit immer sehr gestresst.

Gab es schon mal Streit zu Weihnachten?

Carina: Nein, drei Tage gibt es überhaupt keinen Streit bei uns. Das klappt eigentlich immer ganz gut.

Könnt Ihr Euch vorstellen, an Heiligabend feiern zu gehen?

Justin: Ich gehe am dritten Weihnachtsfeiertag feiern, den habe ich quasi selbst dazuerfunden. Ich treffe mich meistens mit Freunden, wir tauschen Kleinigkeiten aus und haben einfach eine gute Zeit zusammen. Wir haben im vergangenen Jahr damit angefangen. Mit dabei sind meistens meine engsten Freunde.

Johanna: Wir gehen an Heiligabend zur Christmette. Ich habe früher in einem Jugendchor mitgesungen. Dadurch ist diese Tradition entstanden.

Ist das ok: Feiern am Weihnachtsabend?

Carina: Ich nehme das locker. Natürlich steht das Fest mit der Familie im Vordergrund. Auch in meinem Freundeskreis feiern alle mit der Familie. Da wäre es unvorstellbar, abends Feiern zu gehen. Ich selber könnte es mir aber vorstellen, an Heiligabend feiern zu gehen. Habe ich aber noch nie gemacht. Es ist mein Plan für das nächste Jahr. Ich glaube nicht, dass wir in die Disco gehen würden, aber gemütlich was trinken, wäre auf jeden Fall drin. Am schönsten wäre es, wenn man sich irgendwo treffen würde. Groß herumfahren möchte ich eigentlich nicht.

Johanna: Ich finde das Feierngehen direkt am 24. Dezember eher unpassend. Ich finde, es ist der Tag für die Familie. Am 25. Dezember kann ich es mir durchaus vorstellen.

Justin: Ich mache es nicht. Auch die beiden Weihnachtsfeiertage verbringe ich lieber mit der Familie.

Worauf freut Ihr Euch an Weihnachten am meisten?

Johanna: Ich freue mich natürlich darüber, dass Ferien sind, dass ich keine Schule habe. Geschenke sind mir eher unwichtig. Ich freue mich einfach darauf, mit der Familie zusammenzusein. Und natürlich auf das leckere Essen.

Justin: Ich sehe meine Geschwister selten, deshalb freue ich mich auf das gemeinsame Zusammensein.

Carina: Am zweiten Weihnachtsfeiertag geht die ganze Familie gemeinsam essen. Bis jetzt war es immer chinesisch, aber in diesem Jahr gehen wir Steak essen. Für mich ist das ein absoluter Höhepunkt.

Und was macht Ihr sonst?

Justin: Entweder wir beschäftigen uns mit unseren Geschenken oder wir schauen uns einen Weihnachtsfilm an. Mein Favorit ist der Grinch.

Johanna: Wir schauen nie einen Weihnachtsfilm, außer, wenn wir einen geschenkt bekommen.

Carina: Manchmal spielen wir Monopoly, aber ansonsten musiziert Johanna und es wird gemeinsam gesungen. „Stille Nacht“ ist ein Klassiker, meistens schief, aber trotzdem schön.

Und was schenkt Ihr Euren Eltern?

Carina: Johanna hat meistens die Ideen. Dieses Jahr haben wir total coole Geschenke, verraten können wir die natürlich nicht.

Justin: Ich backe Plätzchen für meine Mama und lege ein kleines Geschenk dazu. Meine Schwester steht total auf Lamas. Der backe ich einen Lama-Keks.

Werdet Ihr auch in 30 Jahren Weihnachten noch zu Hause feiern?

Justin: Ich glaube schon. Ich kann es mir anders gar nicht vorstellen.

Carina: Ich denke, wenn ich eine eigene Familie habe, werden wir am 24. Dezember gemeinsam feiern. Aber über die Weihnachtsfeiertage kann ich mir auf jeden Fall vorstellen, mit meinen Eltern zu feiern. Und natürlich auch mit meiner Schwester.

Interview: Anna Heise

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