„Alle Jahre wieder“

von Redaktion

Stimmungsvolles OVB-Weihnachtssingen in der Hafnerstraße

Rosenheim – „Alle Jahre wieder“: Mit diesem Lied beginnt es seit 2002, das Weihnachtssingen des Oberbayerischen Volksblattes und des Bezirks Oberbayern. Alle Jahre wieder stellen auch diejenigen, die nur manchmal daheim unter der Dusche ein Lied anstimmen, fest: „Singen kann wirklich jeder.“

Und in Gemeinschaft klappt es am besten, fand auch heuer Hans-Jörg Wiesholler aus Bad Endorf. Gemeinsam mit Ehefrau Christa feiert er alljährlich beim Weihnachtssingen von OVB und Bezirk Oberbayern den Hochzeitstag – heuer den 55. „Wenn ich hier einen falschen Ton treffe, geht das in der Menge unter“, sagt Wiesholler schmunzelnd.

250 geübte und weniger geübte Sängerinnen und Sänger aller Altersklassen bildeten gestern Abend in der Hafnerstraße vor dem OVB-Medienhaus einen Spontan-Chor. „Das ist ein Flashmob analog“ übersetzte die Aktion Volksmusikpfleger Ernst Schusser augenzwinkernd ins „Denglische“. Das war aber schon das einzige Wort aus dem neuen Sprachschatz des Internets, denn gesungen wurde ausschließlich deutsch und bairisch – nach dem Liederheft des Bezirks Oberbayern. Es war 2002 nach einer OVB-Leserumfrage zu den schönsten Weihnachtsliedern entstanden und umfasst 26 bekannte und weniger bekannte, heitere und besinnliche Lieder.

Dass man sie auch pfeifen, tanzen und klatschen, mit den Füßen wippend und schunkelnd „singen“ kann, bewies Schusser, der seine Chormitglieder immer wieder zu kleinen Einlagen aufforderte. Alle machten fröhlich mit – selbst, als es darum ging, Ochs und Esel nachzuahmen. Auch Zweiter Bürgermeister Anton Heindl, seit Jahren Stammgast beim Weihnachtssingen von OVB und Bezirk Oberbayern, zeigte sein Gesangstalent. Das entwickelt sich am besten, wenn man nicht Noten lesen kann, berichtete Schusser zum Erstaunen der Gäste. „Vertraut auf Euer Gefühl“, forderte er die Teilnehmer auf.

So ermutigt, entwickelte sich der Chor selbst in dieser einen Stunde, in der er zusammen war, stimmlich weiter. Für die notwendige Textsicherheit sorgte das grüne Liederheft, das viele Stammgäste des OVB-Weihnachtssingens schon fast auswendig kennen. Wenn Schusser auf Anhieb nicht wusste, auf welcher Seite ein vorgeschlagenes Lied stand, schallte ihm die Nummer aus vielen Kehlen entgegen. Marlon, acht Jahre, passte außerdem auf, dass der Moderator des Konzertes keinen Fehler machte. Auf Schussers Aufforderung, „Oh Fichtenbaum“ anzustimmen, folgte blitzschnell Marlons empörte Korrektur: „Das heißt doch: Oh Tannenbaum.“ Schusser hatte nicht nur in dem Zweitklässler aus Rosenheim einen perfekten Helfer gefunden, sondern auch noch viele Unterstützer vom Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern mitgebracht. Wie stets begleitete ihn Eva Bruckner auf der Gitarre, unterstützte die ehemalige Bezirksrätin Eleonore Dambach am Liederheftstand. Christkindlmarkt-Standlbetreiber Max Fahrenschon spendete Glühwein und Punsch.

Und alle Jahre wieder endete das Weihnachtssingen mit dem Volkslied „Es wird scho glei dumpa“. Ein letztes Mal gab der Chor sein Bestes. „Jetzt habe ich das Gefühl, es ist bald Weihnachten“, seufzte Britta Sobol aus Rosenheim gerührt. Mit dieser Aussage sprach sie vielen aus dem Herzen.

Artikel 8 von 11