Auf der Suche nach der Wahrheit

von Redaktion

Leo ist sechs Jahre alt und auf der Suche nach der Wahrheit. Seiner Tante hat er kürzlich erklärt, warum es Gott doch nicht geben kann. Bisher war Gott für ihn ein ganz normaler Mensch. So wie Supermann.

Jetzt hat Leo lange überlegt und seine Meinung geändert. Das Ergebnis sieht so aus: Es gibt so viele Menschen auf der Welt, von denen hätte irgendjemand Gott schon mal sehen müssen. Und der hätte das dann an den nächsten weitererzählt. Und der wieder an den nächsten. Und der wieder. Und dann wäre es in der Zeitung gestanden.

Ja, wunderbar! Normalerweise ist es so: Was auf der Welt geschieht, es steht in der Zeitung. Das sollten sich alle Abonnenten und die, die es aus schwer nachvollziehbaren Gründen noch nicht sind, gut merken. Wir fühlen uns auf Anhieb zutiefst geehrt. Der Bub sagt nicht Internet, nicht Twitter, nicht Facebook und nicht Instagram. Er sagt Zeitung! Und was nicht drin stand, hat nicht stattgefunden. Was nicht drin stand, gibt es einfach nicht. Der Kleine hat was drauf, aus dem wird mal was.

Die Sache hat nur einen Haken. Entweder wir geben ihm recht, leugnen also die Existenz Gottes, ausgerechnet auch noch zur Weihnachtszeit, oder wir räumen ein, dass die Berichterstattung nicht allumfassend sein kann. Beides täten wir aus vielen Gründen ungern.

Aber muss man überhaupt zu allem immer gleich eine Meinung haben? Kann man eine Sache nicht einfach mal so stehen lassen? Ganz sacht ziehen wir den Kopf aus der Schlinge und sagen: Sehr interessant.

Die Tante hat versprochen, uns über neue Erkenntnisse zu Gott und zum Universum auf dem Laufenden zu halten. Wir werden selbstverständlich zuverlässig berichten. Es kann allerdings ein paar Jahre dauern.

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