Rosenheim – „Viele langjährige Fans sind traurig, dass sie in der Gaststätte ihren Stammplatz zugunsten des neuen VIP-Raums verloren haben. Dass die beliebte Gaststätte nun sogar für immer schließen soll, passt nicht in die Weihnachtszeit“, ärgerte sich Stadtrat Rudolf Hötzel in der Haushaltssitzung. So schlimm wird es jedoch nicht, denn die Gaststätte gibt nur den Mittags- und Abendbetrieb auf – und das auch nur vorübergehend.
Denn auch beim Vorbau am Eisstadion mit Eingang, Geschäftsstelle und Gaststätte im Obergeschoss steht aus brandschutzrechtlichen Gründen eine Sanierung an. „Derzeit laufen zwischen der Stadt, den Brauereien Auer und Flötzinger sowie den Starbulls Verhandlungen über die Ausgestaltung des künftigen Betriebes und die Sanierung des Vorbaus“, teilte Vorstand Christian Hötzendorfer mit. Auer und Flötzinger gehört die Gaststätte, der Stadt das Stadion.
Pächter Jürgen Nowak und seine Frau Uschi hätten sich für die Übergangszeit der Sanierung entschieden, ein zweites Standbein aufzubauen, sagte Hötzendorfer. Dazu schreibt Familie Nowak auf Facebook, der Brandschutz und „Ungereimtheiten des Pachtverhältnisses“ seien der Grund, warum sie sich gastronomisch verändere und ab dem 2. Januar ein Café am Rosenheimer Salinplatz führe. An den Heimspieltagen der Starbulls wird die Bewirtung in der Eisstadion-Gaststätte jedoch wie gewohnt weitergehen, versichert Hötzendorfer. Die Pächterfamilie unterstütze außerdem „bei der kulinarischen Versorgung für Turniere“.
Die Sanierung werde sich über 2019 hinziehen. Die Starbulls zeigen großes Interesse daran, die Gaststätte in das Eigentum des Vereins zu überführen. „Einnahmen aus Gastronomiebetrieben sind für Sportunternehmen entscheidende Wettbewerbsfaktoren“, so der Vorstand. Er möchte mit den Nowaks weiterarbeiten. Sobald die Starbulls in der Lage seien, Verträge anzubieten, werde man sich zusammensetzen.
Die Fans nehmen die Schließung gelassen hin. Denn ihre Treffen konzentrieren sich laut Fansprecher Holger Weißenbach auf die Spieltage. Nach Gründung des VIP-Bereichs in der Gaststätte mussten die Fans sowieso in die neu geschaffenen Mangfallstubn ausweichen. „Die große Mehrheit hat sich damit arrangiert. Natürlich gibt es noch ein paar wenige, die der Eisstadion-Gaststätte nachtrauern“, beschrieb Holger Weißenbach die Stimmungslage. Er steht hinter der Entscheidung, eine Businesslounge in der Gaststätte bereitzustellen. „Wirtschaftlicher und sportlicher Erfolg: Das eine geht nicht ohne das andere.“