Kolbermoor – Auf eine lange „Karriere“ bei den Kolbermoorer Schäfflern kann Bürgermeister Peter Kloo (56) zurückblicken: Mit 15 Jahren hatte er seinen ersten Auftritt für die Tanztruppe, damals als Fasskasperl. In seiner dritten Schäfflersaison stieg er bereits zum Reifenschwinger und damit Schäfflermeister auf – ein Amt, das ihm bis heute geblieben ist. Wir haben mit ihm zum Auftakt der neuen Schäfflersaison gesprochen:
Sie sind soeben in die siebte Schäfflersaison gestartet – wie war der Auftakt?
Sehr gut, das Wetter hat auch gepasst, nur ein bisschen Nieselregen, aber an Outdoor-Auftritte sind wir ja gewöhnt, das macht uns nichts mehr aus. Und fürs Wochenende soll es zwar kalt, aber trocken werden, das ist wunderbar.
Die Truppe setzt sich im Prinzip jedes Mal aus „alten Hasen“ und Neuzugängen zusammen – wie sieht es dieses Mal mit Nachwuchs aus?
Alles bestens, wir Kolbermoorer Schäffler sind eine gut gemischte Truppe mit sechs Neuzugängen und den erfahrenen Tänzern, einige davon sind über 60. Von 18 bis 64 Jahre ist alles vertreten und es ist schön zu sehen für die Älteren, dass sie mit den Jungen mithalten können und umgekehrt.
Nach den ersten Auftritten: Sind Sie zufrieden mit der Truppe?
Alles wunderbar, wir haben wieder eine gute Disziplin in der Gruppe, alle sind pünktlich und verlässlich. Ich habe ein gutes Gefühl.
Der Fasching ist lang dieses Mal und damit auch die Schäfflersaison – wie muss man sich so ein Schäffler-Wochenende vorstellen?
Wir tanzen Freitag, Samstag und Sonntag mit bis zu zwölf Auftritten am Tag, teilweise müssen wir zwischen den Auftritten viel fahren, das kommt auch noch dazu. Freitags geht es meist schon um 8 Uhr los, Samstag und Sonntag ein wenig später, dafür tanzen wir auch Samstagabend. Und bei insgesamt acht Wochenenden haben wir einen Sonntag ohne Auftritte eingeplant, um auch mal durchschnaufen zu können.
Als Schäfflermeister aktiv sein und gleichzeitig noch das Amt des Bürgermeisters wahrnehmen – wie gelingt das in einer Schäfflersaison?
Es ist schon sehr anstrengend und ich werde mich dieses Mal schon ein wenig zurücknehmen und nicht mehr bei jedem Auftritt dabei sein. Teilweise überschneiden sich auch die Termine hier in Kolbermoor, dann müssen eben die anderen ran.
Zweimal als Fasskasperl und zum fünften Mal als Schäfflermeister mit dabei – planen Sie, in sieben Jahren eine weitere Saison dranzuhängen?
Definitiv nicht, ich wollte mich ja dieses Mal schon zurückziehen und habe dann doch wieder mitgemacht. In sieben Jahren wäre ich 63, da will ich nicht mehr mithüpfen müssen. Und außerdem sind sieben Jahre eine lange Zeit, zumindest nach vorne geblickt – rückblickend weniger, da ist die Zeit seit der letzten Saison unheimlich schnell vergangen.
Der Schäfflertanz hat Tradition in Ihrer Familie, Ihr Vater war bereits aktiv, Sie seit jungen Jahren – tritt auch Ihr Sohn in die Fußstapfen?
Ja, Schäfflertanz hat bei uns durchaus Tradition, mein Vater war von 1949 bis 1984 dabei und hat dann auch mich mitgenommen, erst als Fasskasperl. 1998 habe ich von ihm dann die Organisation übernommen. Mein Sohn, das steht noch in den Sternen, diese Saison ist er ja erst mal Faschingsprinz. Und bislang lehnt er es kategorisch ab, bei den Schäfflern mitzumachen – was mich hoffnungsfroh stimmt, denn ich war in dem Alter genauso, habe alles abgelehnt und hätte es nie für möglich gehalten, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren und damit in die Fußstapfen meines Vaters zu treten.
Interview: Rosi Gantner