Platz für rund 50 Studenten

von Redaktion

Kloster St. Sebastian: Erzbischöfliches Ordinariat konkretisiert Pläne für Umbau

Rosenheim – In das Kloster St. Sebastian in Rosenheim sollen Studenten einziehen. Entstehen soll Wohnraum für bis 50 Studierende, dazu Gemeinschaftsräume und ein Miteinander nach einem Konzept geistlicher Prägung. Die Planungen sind „relativ abgeschlossen“, meldet das Erzbischöfliche Ordinariat. Allerdings ist offen, wie viel Geld der Umbau des denkmalgeschützten Komplexes kosten darf.

Interkulturelles Leben

in alten Mauern

Auf dem Weg zu einer neuen Nutzung des Kapuziner-Klosters an der Loretowiese arbeitet das Erzbischöfliche Ordinariat eng zusammen mit der katholischen Hochschulgemeinde. Vorgesehen ist, den Studenten nicht nur einen Raum zum Lernen zu bieten, sondern auch die Möglichkeit zu Einzelbegleitungen, Gottesdiensten sowie zu Gemeinschaftsangeboten in Freizeit und Bildung. Dabei müsse niemand, der hier einziehe, katholisch sein, betont die Sprecherin des Erzbischöflichen Ordinariats. Ganz im Gegenteil: Ziel sei ein interreligiöses und interkulturelles Leben in den alten Mauern. Daher soll das Haus auch Studenten aus dem Ausland Platz bieten.

Die ehemaligen Zellen in studentisches Wohnen umzuwandeln, liegt auf der Hand. Dass Gemeinschaftsräume wie die Großküche und der Speisesaal bereits vorhanden sind, macht das Projekt noch attraktiver. Und auch am Bedarf an günstigen Studentenzimmern hat niemand Zweifel.

Allerdings ist bisher nicht klar, wie viel Geld für den Umbau des denkmalgeschützten Klosters bereit stehen wird. Diese Entscheidung treffen die Mitglieder im Vergabeausschuss des Erzbischöflichen Ordinariats. Fallen soll sie noch in diesem Frühjahr. Dann wird auch die Frage zu stellen sein, ob das Vorhaben kostendeckend geführt werden kann. Offen ist zudem, was mit den freien Flächen des rund 1,5 Hektar großen Grundstücks passieren wird. Eigentümerin der Immobilie ist die Stiftung St. Sebastian, die unter der Stiftungsaufsicht des Erzbistums München und Freising steht und sich für soziale Zwecke einsetzt. Mehr als 410 Jahre waren die Kapuziner in Rosenheim ansässig. Die letzten drei Kapuziner hatten das Kloster im Jahr 2017 verlassen: Benno Strobach, Konrad Heidrich, Alexander Madathil und Bruder Karl Kleiner fanden in Altötting ein neues Zuhause. In Rosenheim hatten sie unter anderem Gottesdienste und Andachten gehalten. Sie wirkten zudem als Beichtväter und Prediger. Außerdem engagierten sie sich in der Pfarrseelsorge. Die Klarissen-Kapuzinerinnen, die ebenfalls im Kloster lebten, waren bereits Ende des Jahres 2016 ausgezogen.

Klosterkirche

immer gut besucht

Doch trotz der Weggänge ist das geistliche Leben nicht aus dem Kloster verschwunden: Domkapitular Daniel Reichel, Pfarrer Andreas Maria Zach und Pfarrer Sebastian Heindl sorgen dafür, dass es in der Klosterkirche auch weiterhin die Eucharistiefeier gibt, die Beichte und auch die Ewige Anbetung. Wie Pfarrer Zach sagt, nutzen viele, vor allem traditionell orientierte Gläubige, die Kirche gerne und oft. Vor allem die Beichte am Samstag sei gut besucht. Ihm selbst gefällt die Idee, dass Studenten in die einstigen Zellen einziehen. Das Kloster St. Sebastian werde auf diese Weise belebt und das sei eine gute Sache, findet Zach.

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