Winterdienst im Stress – Anwohner sauer

von Redaktion

Bauhof schiebt Überstunden: Bürger klagen über versperrte Grundstückszufahrten

Kiefersfelden – Es schneit und schneit und schneit. Kiefersfelden versinkt im Schnee und die Bauhofmitarbeiter sind fast rund um die Uhr im Einsatz. Trotzdem sind viele Anwohner sauer und beschweren sich.

„Meine Leute sind von 2 Uhr morgens bis 20 Uhr auf den Beinen“, sagt der Leiter des Bauhofs Kiefersfelden, Engelbert Fuchs. Dies gelte auch für die Wochenenden und Feiertage. Dennoch gibt es immer wieder Frust bei den Anwohnern. Der Grund: Beim Räumen der Straßen passiert es, dass die Räumfahrzeuge den Schnee wieder auf die Grundstücke und in die Einfahrten schieben, wenn sie die Straßen frei machen. „Wir machen das nicht absichtlich, und wenn sich die Sicherheitslage entspannt hat und alles sicher geräumt ist, beseitigen wir auch den Schnee wieder aus den Einfahrten oder von den Straßenrändern“, sagt Fuchs. Der Schnee werde dann in nahegelegene Depots gebracht. Allerdings nimmt Fuchs auch die Anwohner in die Pflicht. Häufig seien Fahrzeuge nicht vorschriftsgemäß abgestellt – und das behindere das Räumen. Vielfach genüge es, wenn die Anwohner ihre Autos einfach in die Garage stellten.

Auch Hajo Gruber, Bürgermeister in Kiefersfelden, fordert seine Bürger zur Mitarbeit auf: „Für die ordnungsgemäße Räumung der Gehsteige und -wege vor ihren Grundstücken sind die Anwohner und Eigentümer der Flächen selbst verantwortlich. Das könnte sich unser Bauhof auch gar nicht leisten.“ Außerdem appelliert auch er an die Menschen, ihre Fahrzeuge so abzustellen, dass die wichtigen Räumarbeiten und auch die Mitarbeiter des Bauhofs nicht behindert werden. Er sei ständig in Kontakt mit seinen Mitarbeitern im Bauhof, sagt Gruber, denen er bescheinigt, „dass sie alles machen, was möglich ist. Sie sind dafür fast schon Tag und Nacht im Einsatz“. Und wo die eigenen Kräfte nicht mehr ausreichten, würden schnell und unbürokratisch externe Räumdienste beauftragt.

Am Bauhof in Kiefersfelden wird die tägliche Schneeräumarbeit jeden Morgen genau geplant. Dabei wird festgelegt, wer wo räumt – und welche Straßen und Plätze dabei Vorrang haben müssen. Zunächst müssen die Parkplätze am Bahnhof frei gemacht werden. Es folgen die Hauptverkehrsstraßen, die Wege zu den Schulen, Kindergärten und zu sonstigen Einrichtungen sowie die Bushaltestellen und die Wege dorthin. Für die Räumarbeiten sei das Personal geschult und vorbereitet, sagt Bauhofchef Fuchs. Umso mehr bekümmert ihn die Kritik der Anlieger. Denn die Räumkräfte schieben nicht nur den Schnee weg – sie schieben, laut Fuchs, auch einen Packen Überstunden vor sich her. „Bis zu 150 Stunden sind es bisher, in den wenigen Tagen mit Schneefall und Räumdienst.“ Er selbst habe am vergangenen Wochenende 80 Überstunden leisten müssen. „Da bleibt schon mal was Privates auf der Strecke und auch die Familie muss zurückstecken“, sagt er. hko

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