Tapfer durch den Schnee

von Redaktion

Tipps und Tricks für mehr Sicherheit und Komfort im winterlichen Stadtleben

Rosenheim – Der Winterdienst ist im Stress, die Autofahrer stöhnen und die Radlfahrer nehmen all ihren Mut zusammen, wenn sie über die schneebedeckten Straßen schlittern. Auch für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, sind diese Tage kein Vergnügen. Die weißen Flocken werden – nicht nur auf den Straßen –allmählich zum Problem. Ein paar Tipps für den richtigen Umgang mit dem Schnee.

Gut unterwegs
im Pinguin-Gang

Auf schneeglatten Wegen wird das Laufen gefährlich. Experten raten Fußgängern daher zum „Pinguin-Gang“. Weit ausholende Schritte sollte man vermeiden, sich lieber in kleinen Tippelschritten vorwärts bewegen. Zudem sollte man den Körperschwerpunkt verlagern Beim Pinguin-Gang wird er über dem vorderen, also dem auftretenden Bein ausgerichtet – der Fuß setzt jeweils mit ganzer Sohle auf und zeigt leicht nach außen. Das belastete Bein steht damit im rechten Winkel zum Boden, teilt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie mit. Mit dieser leicht nach vorne geneigten Haltung erhält der Fußgänger mehr Stabilität.

Wer nicht mehr gut zu Fuß ist, dem rät der Rosenheimer Seniorenbeirat Josef Kugler, besser daheim zu bleiben. Nur mit festem Schuhwerk und der Gewissheit, trittsicher zu sein, sollte man sich auf die Straße wagen. Wer gar einen Rollator nutzt, den bittet er, die nächsten Tage drinnen zu bleiben. Sorge, dass die alten Menschen unversorgt allein seien, müsse man sich nicht machen, sagt Kugler. In der Regel sei die Versorgung für ein bis zwei Tage bei allen sicher gestellt.

Spikes am Radlreifen
sorgen für Gripp

Die gute Nachricht vorab: Auch im Winter muss der Drahtesel nicht im Keller bleiben. Wer bei Schnee und Eis auf zwei Rädern unterwegs ist, sollte trotzdem einige Punkte beachten, wie Martin Fernengel vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) betont. Der Rosenheimer ist selbst begeisterter Radlfahrer und lässt sich auch von den frostigen Temperaturen nicht abschrecken. Sein Tipp: Reifen mit Spikes. Diese bieten Halt auf Schnee und Eis. Wichtig ist auch das passende Licht. Fernengel empfiehlt LED-Leuchten, die weit voraus leuchten und auch den Bereich unmittelbar vor den Rädern abdecken. Eine helle Kleidung ist Pflicht, um gut gesehen zu werden, außerdem sollte sie so gewählt sein, dass sie vor Wind und Nässe schützt. Bei Handschuhen ist darauf zu achten, dass genug Bewegungsfreiheit zum Bremsen und Schalten bleibt. Apropos Bremsen: Gerade bei den kalten Temperaturen ist es wichtig, die Bremsklötze und Bremszüge regelmäßig zu kontrollieren. Fernengel empfiehlt, Kette und Schaltung regelmäßig zu fetten, damit sie Dreck und Salz widerstehen. Außerdem sollte das Radl über Nacht im Warmen stehen. Außerdem sollten Radlfahrer scharfes Bremsen vermeiden. Es ist wichtig, genügend Abstand zu halten. Fazit: Radfahren bei Schnee und Regen ist ungemütlich, kann mit der entsprechenden Ausrüstung aber trotzdem Spaß machen.

Nach Regeln
richtig schaufeln

Der Winterdienst räumt die Straßen frei. Aber auch Grundstückseigentümer, Nutzungsberechtigte sowie Vorder- und Hinteranlieger müssen jetzt Schnee schaufeln: Für die Fußgänger müssen sie Gehwege und Gehbahnen frei machen, die ans Grundstück angrenzen, meldet die Stadt Rosenheim. Gibt es keinen befestigten Gehweg, dann muss ein rund eineinhalb Meter breiter Streifen am Straßenrand begehbar bleiben. Geregelt ist auch, wann geräumt werden muss: An Werktagen darf man mit dem Schaufeln um 7 Uhr beginnen, an Sonn- und Feiertagen erst um 8 Uhr. Am Abend muss um 20 Uhr Ruhe sein. Dabei gilt: Einmal Räumen pro Tag ist zu wenig, wenn so viel Schnee fällt wie derzeit. Die Regel sagt: Geräumt werden muss so häufig, wie es für die Sicherheit notwendig ist. Gestreut werden dürfen Splitt und Sand. Streusalz ist in der Regel verboten. Wer sich nicht kümmert, kann mit einer Geldbuße belangt werden. Sollte sich ein Fußgänger verletzen, kann der Anlieger zivil- oder strafrechtlich in Haftung genommen werden.

Mit dem Besen
gegen Schneebruch

Für die Gärten bedeutet der Winter vor allem Ruhe. Doch der viele Schnee macht vor allem Nadelbäumen zu schaffen, meldet Christian Steinbichler vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege in Rosenheim. Auf ihren dichten Nadeln verfangen sich die Flocken besonders gut, es droht Schneebruch. Wer also einen Nadelbaum im Garten stehen hat, sollte ihn – soweit das möglich ist – vorsichtig mit einem Besen abkehren oder die Äste leicht mit dem Besenstil abklopfen. Dies gilt auch für Obstbäume, und sollte, je nach Schneefall, einmal am Tag gemacht werden. Was der viele Schnee jetzt zudeckt, sind die Wühlmäuse, die sich unter der dicken Schneedecke mächtig wohl- fühlen. Was sie getan haben, zeigt sich im Sommer.

Hunde brauchen

längere Pausen

Der Schnee trifft auch Haustiere. Andrea Thomas, Vorsitzende vom Tierschutzverein Rosenheim, sagt, es sei wichtig, dass Hunde nicht zu viel Schnee fressen. Sie könnten sich eine Magenschleimhautentzündung holen. Außerdem liegen im Schnee häufig Streugut und Frostschutzmittel, die das Fressen von Schnee besonders gefährlich machen. Außerdem sollten Besitzer die Pfoten ihrer Hunde gründlich säubern und pflegen. Bei kleineren Hunden mit langen Haaren kann es sonst passieren, dass sich Schneekugeln an den Beinen bilden. Das erschwert das Gehen. Insgesamt verbrauchen Hunde jetzt viel mehr Energie, deshalb sollten sie längere Pausen machen. Und wie sieht es mit wärmender Winterkleidung für den Hund aus? An sich keine schlechte Idee. Vor allem für kleine Hunde, die kein dickes Fell haben.

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