Mit Herzblut und Liebe geführt

von Redaktion

Mit Kurt Franz und Helmut Hannika zogen sich Ende 2018 zwei verdiente Mitglieder aus Altersgründen aus der Vorstandschaft des Vereins „Holztechnisches Museum Rosenheim“ zurück. Oliver Heller, Kanzler der Hochschule Rosenheim, hat die Führung übernommen. Durch einige Neuerungen will er das Museum noch attraktiver machen.

Rosenheim – Auf knapp 400 Quadratmetern wird in den Ausstellungsräumen in dem denkmalgeschützten „Ellmaierhaus“ in der Fußgängerzone seit dem Jahr 1990 die Geschichte und die Vielfalt der Bearbeitung und Verarbeitung von Holz veranschaulicht. Träger der Einrichtung ist zu zwei Dritteln die Stadt Rosenheim und zu einem Drittel der Bezirk Oberbayern. Die Leitung obliegt dem Kulturamt.

Jährlich zwischen 5000 und 6000 Besucher

Im Durchschnitt werden jährlich zwischen 5000 und 6000 Besucher gezählt. Besonders groß ist das Interesse der Schulen. „Im vergangenen Jahr besuchten uns 60 Schulklassen, so viele wie nie zuvor“, sagt Helga Bichl, seit vielen Jahren Mitarbeiterin im Holztechnischen Museum und seit diesem Jahr auch Schriftführerin des Vereins. Ingeborg Graßl, ehemalige Leiterin der Volkshochschule, agiert nun als Zweite Vorsitzende. Fachliche Unterstützung kommt vom neu zusammengesetzten fünfköpfigen Beirat.

Insgesamt widmen sich in dem 1979 gegründeten Verein aktuell rund 90 Mitglieder dem Erhalt, der Pflege und dem weiteren Ausbau des Holztechnischen Museums Rosenheim durch ideelle, personelle und finanzielle Unterstützung. „Dieses Museum wird mit Herzblut und Liebe geführt“, steht für Kurt Franz fest. Der ehemalige Direktor am Lehrinstitut Rosenheim hat vor fast einem Vierteljahrhundert den Vorsitz des Vereins von Helmut Hanika, ehemaliger Kanzler der Hochschule Rosenheim, übernommen. Beide erinnern sich noch gut an die ersten Anfänge. „Den Grundstock für das Museum bildeten Werkstücke der Studenten. Man suchte nach einem Platz, um sie auszustellen. Das waren sogar mal Garagen. Aber dann fand man mit den Räumlichkeiten im Ellmaierhaus die idealen Räumlichkeiten“, erzählt Kurt Franz.

Der Kern der Ausstellung ist seit den Anfangsjahren gleich geblieben. Aber gestalterisch hat sich in den vergangenen 40 Jahren immer wieder etwas verändert. „Ein Museum muss leben. Nur wenn man Neues bieten kann, bleibt man attraktiv“, weiß Kurt Franz. Darum hat der Verein in den vergangenen Jahren eine Vielzahl seltener Exponate und Fachbücher erworben, darunter beispielsweise ein Modell des englischen Schlachtschiffs HMS Victoria, eine Briefmarkensammlung über den Rundholztransport zu Land und zu Wasser und eine Holz- und Hobelsammlung. Kurt Franz selbst hat ein voll funktionsfähiges Modell eines Sägewerks, angetrieben durch ein Wasserwerk, gespendet.

Auf Eigenleistung setzen die Mitglieder des Museumsvereins auch, wenn es darum geht, die Exponate auf einem guten Stand zu halten. „Jedes Jahr fallen teure Reparaturen an. Wenn möglich, werden sie ehrenamtlich erledigt, um Geld zu sparen. Die Technische Hochschule Rosenheim unterstützt uns oftmals mit Material“, erzählt der ehemalige Vorstand. Ebenfalls auf größtenteils ehrenamtlichem Engagement ruht die Inventarisierung.

Um die Attraktivität zu erhöhen, setzt man im Holztechnischen Museum auch auf Sonderausstellungen. 44 fanden in den vergangenen 25 Jahren statt. Die Leihgaben dafür kamen aus ganz Deutschland und manchmal sogar darüber hinaus. Die nächste Sonderausstellung startet im Frühjahr. Der Titel lautet: „Alphörner und Naturhörner aus aller Welt“. Kurt Franz feiert heuer seinen 80. Geburtstag. Damit schien es ihn nun an der Zeit, die Vorstandschaft für den Verein in jüngere Hände zu geben. Leicht gefallen ist ihm diese Entscheidung nicht. „Ich habe vieles in meinem Leben gemacht. Aber das war meine schönste Aufgabe“, sagt er. Dem Museum ganz den Rücken zudrehen werden er und Helmut Hannika aber auch in Zukunft nicht. „Wenn Hilfe gebraucht wird, sind wir natürlich da“, sind sich die beiden frisch ernannten Ehrenmitglieder einig.

Einsatz von Laserstrahlern und bessere Beleuchtung

Die neue Vorstandschaft will den Verein im Sinne von Hannika und Franz weiterführen. Derzeit in Planung ist eine optische Aufwertung des Museums-Eingangs. Oliver Heller könnte sich sogar den Einsatz von Laserstrahlen vorstellen, um Passanten beim Überqueren des Max-Josefs-Platzes zukünftig besser auf das Museum aufmerksam zu machen. Im Innenbereich sieht Heller Verbesserungsmöglichkeiten bei der Beleuchtung. Für die Erarbeitung eines neuen Konzepts setzt er auch auf die Innenarchitektur-Studenten der Hochschule.

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