Von der Heizung bis zum Klassenzimmer

von Redaktion

Zu alte Technik, zu wenig Platz: Zahlreiche Schulen werden saniert und umgebaut

Rosenheim – Ein wichtiges Augenmerk wird die Stadt Rosenheim in den kommenden Monaten auf die Erweiterung oder Sanierung einiger ihrer Schulen legen. Das Spektrum reicht vom Ausbau mit neuen Klassenzimmern bis hin zum Einbau einer neuen Heizungsanlage. Ein Überblick über die jüngsten Beschlüsse.

Grundschule Erlenau:

Aufzug am Hauptbau

Die Grundschule Erlenau braucht mehr Platz. Daher wird einer der Pavillons aufgestockt, um zwei zusätzliche Klassenzimmer sowie einen kleineren Gruppenraum zu erhalten. Wie berichtet, wird zudem ein Aufzug am Hauptbau angebracht. Er wird das gesamte Obergeschoss barrierefrei erschließen, also auch das des Hauptbaus. Eine Brücke wird beide Gebäude miteinander verbinden. Die Bauarbeiten sollen in den kommenden Sommerferien beginnen und in den nachfolgenden Monaten abgewickelt werden. Die Kosten für dieses Bauprojekt liegen nach jüngsten Schätzungen bei rund 1,2 Millionen Euro. Das sind etwa 200000 Euro mehr als bisher geplant. Der Grund für die Kostensteigerung liegt offensichtlich in der Gestaltung der Fassade. Wie im Erdgeschoss sollte auch im Obergeschoss vor allem Glas verwendet werden. Das haben die Planer jetzt geändert: Sie sehen jetzt auch einige Festelemente vor. Damit soll erreicht werden, dass sich die Klassenzimmer im Sommer nicht zu stark aufheizen. Nichtsdestotrotz wird es einen Sonnenschutz geben, er wird auf die Fensterfront der Klassenzimmer gesetzt.

Die Finanzierung der zusätzlichen Ausgaben läuft über den Etat für die Sanierung und Erweiterung der Johann-Rieder-Realschule. Der Neubau hier verzögert sich – aufgrund der Nachbarschaftsklage – weiterhin, meldet die Kommune. Die Klage war zwar, wie berichtet, in der mündlichen Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht abgewiesen worden. Doch das schriftliche Urteil liegt noch nicht vor. Wenn es soweit ist, können die Nachbarn der Realschule einen Monat lang entscheiden, ob sie Rechtsmittel einlegen. Bei einer Berufung zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ist eine Laufzeit von zwei bis dreieinhalb Jahre zu veranschlagen, teilt dazu die Pressestelle der Kommune auf Anfrage mit.

Die Stadträte haben die Fortentwicklung der Planungen für die Schule Erlenau im Haupt- und Finanzausschuss einstimmig angenommen. Sie sind sich einige: Die Kosten sind hoch, aber die zusätzlich entstehenden Räume an der Grundschule werden dringend gebraucht.

Grundschule in Pang:

Neue Heizung

Die Heizungsanlage der Schule in Pang ist 30 Jahre alt und muss saniert werden. Geplant ist, zwei Heizkessel durch einen neuen zu ersetzen, der seine Leistung anpassen kann und auch über eine Brennwerttechnik verfügt. Im Rahmen dieser Arbeiten sollen außerdem die Heizzentrale und die Brauchwarmwasser-Aufbereitung energetisch saniert werden. Dies war bisher der Plan. Eine neue Variante aber haben die Grünen während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ins Spiel gebracht: Stadtrat Franz Lukas schlägt den Bau einer Nahwärmenetz-Insel vor. Sie könnte nicht nur die Schule versorgen, sondern auch die umliegenden Gebäude, darunter das Feuerwehrhaus und den geplanten Hort. „Das wäre die Chance für etwas Ordentliches, ganz im Sinne der Klimaziele“, sagte Lukas. Eine Idee, die unter den anderen Fraktionen im Stadtrat durchaus Zuspruch findet. Die Verwaltung wird nun diese Variante prüfen, auch wenn der Standort bisher nicht für ein solches Kraftwerk vorgesehen ist. Geplant war bisher, die Heizungsanlage in der Grundschule während der Sommerferien auszutauschen, damit sie zum Schuljahr 2019/2020 einwandfrei läuft. Die Kosten sind mit 200000 Euro veranschlagt. Inwieweit die neuen Überlegungen die Kosten und den Zeitplan beeinflussen, ist offen. Die Realisierung könnte sich auf die Sommerferien 2020 verschieben.

SFG: Klassenzimmer

werden aufgerüstet

Schon seit dem Jahr 2015 laufen die Sanierungsarbeiten am Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium. 15 Klassenzimmer sind hergerichtet. Zuletzt sind im vergangenen Jahr vier Klassen und ein Flur frisch gestrichen worden. Im laufenden Jahr sollen neun Unterrichtsräume im Haus A saniert werden. Unter anderem werden Akustikpaneelen an den Decken und Wänden angebracht, sie sollen gehörgeschädigten Schülern helfen, Gesagtes besser zu hören. Es werden LED-Leuchten angebracht und die Böden erneuert. Zudem müssen Vorbereitungen getroffen werden für alles rund um die Digitalisierung. Wie an den anderen Schulen ist Start der Arbeiten in den Sommerferien. Ausgeben wird die Stadt etwa 347000 Euro.

Karo: Suche

nach Altlasten

Der größte Umbau samt Sanierung betrifft das Karolinen-Gymnasium. Der Umbau kostet, wie berichtet, 51,4 Millionen Euro. Dazu kommen 2,1 Millionen Euro für die Sanierung der denkmalgeschützten Aula. Weitere 210000 fallen nun an, weil für die beiden nächsten Bauabschnitte sogenannte Sonderfachingenieure hinzugezogen werden müssen. Sie müssen prüfen, ob in den Bauten Schadstoffe oder Altlasten zu finden sind und dann auch den Abbruch und den Rückbau betreuen. Bisher waren dafür etwa 295000 Euro vorgesehen. Nun kommen weitere 210000 Euro dazu. Das Geld will die Stadt aus dem Budget für Unvorhergesehenes nehmen.

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