Rosenheim – Die Freien Wähler/UP in Rosenheim werden für die Oberbürgermeister-Wahl 2019 einen Kandidaten aufstellen. Wer das sein könnte, darüber wollen die Freien unter anderem am kommenden Samstag sprechen, auf ihrer Klausurtagung. Eine Überraschung ist dieser Schritt allemal, denn in den vergangenen Jahren hatten sie auf eine Kandidatur um den Chefsessel im Rathaus verzichtet.
Das Potenzial sei da, sagte der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Robert Multrus, als Begründung für diese Entscheidung. Bisher habe man sich stets entschlossen, Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) in ihrer Arbeit zu unterstützen und daher keinen eignen Kandidaten ins Rennen geschickt. Nun aber, da Bauer altersbedingt nicht mehr antreten dürfe, ergebe sich eine
Chance, sich zu positionieren, sagte Multrus im Rahmen eines Pressegesprächs. Wer als Kandidat in Frage kommen könnte, ließ er offen. Ganz allgemein wollen die Freien Wähler aber auf jemanden setzen, der kommunalpolitisch versiert ist und die Stadt und ihre Menschen kennt. Ob Mann oder Frau spielt keine Rolle, auch das Alter ist nicht entscheidend. Fest steht aber offensichtlich, dass die Freien Wähler die Suche nach einer geeigneten Person eher konventionell angehen wollen. Und nicht, wie im Oberbürgermeister-Wahlkampf 2002, per Annonce.
Was die Zusammenarbeit mit Oberbürgermeisterin Bauer und den anderen Fraktionen im Stadtrat betrifft, so ziehen die Freien Wähler durchaus positive Bilanz für das vergangene Jahr. Die Sacharbeit stehe in der Regel im Vordergrund. Kritischer allerdings fällt der Blick auf die Fortentwicklung wichtiger Planungen und Projekte aus – und in diesem Zusammenhang auch auf die zögerliche Bearbeitung diverser Anträge der Freien Wähler. „Es hat sich nicht viel bewegt“, sagte Multrus.
Als Beispiel nannte er den barrierefreien Umbau des Max-Josefs-Platzes, dessen Kopfsteinpflaster noch immer eine Hürde ist für alle, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Auch in Sachen Tourismus, Wohnen, Schulen, Verkehr, Radlwege und baulicher Entwicklung wünschen sich die Freien Wähler mehr von der Stadt: schnelleres Handeln sowie mehr Kreativität und Weitblick.bw