Rosenheim – Die Volks- und Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee baut neu an der Bahnhofstraße. In dem neuen Gebäude soll nicht nur die Hauptgeschäftsstelle wieder Platz finden. Auch 17 Wohnungen sind geplant. Schwierig ist die Parksituation. Doch nun scheint eine Lösung gefunden.
Wie berichtet, ist ein sechsgeschossiger Bau geplant. Im Erdgeschoss wird die Hauptgeschäftsstelle Platz finden. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind Büros und Praxen vorgesehen. Auf den weiteren Geschossen soll Wohnraum entstehen. Die errechnete notwendige Zahl an Stellplätzen liegt bei 152. 44 davon werden unter- beziehungsweise oberirdisch geplant. 49 sind bereits vorhanden. Die übrigen 59 Parkplätze können derzeit nicht nachgewiesen werden. Für sie zahlt die VR-Bank als Bauherrin eine sogenannte Stellplatz-Ablöse in Höhe von insgesamt 737500 Euro. Errechnet wird der Betrag über die Stellplatzsatzung der Stadt. Sie sieht in dieser Lage 12500 Euro pro Stellplatz vor. Sollte die VR-Bank innerhalb von sechs Jahren die derzeit fehlenden Parkplätze nachweisen können, wird die Stadt die Summe rückerstatten – ohne Verzinsung. Parallel dazu hat die VR-Bank als Bauherrin angeboten, in naher Zeit 20 Stellplätze auf Dauer anzumieten. Wo, das ist derzeit offen. Im Gespräch sind unter anderem Stellplätze im Parkhaus am Bahnhof.
Für diesen Lösungsvorschlag ist die Zustimmung unter den Stadträten groß, sowohl im Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss als auch im Haupt- und Finanzausschuss. Kritik kam während der Sitzung von Andreas Lakowski (SPD): Die Bauwerberin erhalte größtmögliche Nutzung und löse in der Folge die Stellplatz-Frage aus. „Wir sollten grundsätzlich Bauherren nicht so einfach aus der Verantwortung lassen“, sagte Lakowski.
Vertreter der VR-Bank wiederum sind froh über den breiten Konsens. „Für uns ist das eine sehr erfreuliche Entwicklung“, sagte Vorstandsmitglied Dr. Mario Voith im Nachgang zur Sitzung. Noch Ende Februar soll das Gebäude geräumt sein. Die Mieter sind dann ausgezogen, ebenso wie die Geschäftsstelle und ihre Mitarbeiter. Sie verlassen die Räume am 13. Februar. Die VR-Bank Rosenheim-Chiemsee wird dann vorübergehend ein paar Häuser weiter zu finden sein: in den Posthöfen.
Nach dem Auszug folgt im August des laufenden Jahres der Abriss des Gebäudes. Keine leichte Aufgabe. Zum einen, weil die nachbarliche Bebauung direkt angrenzt. Zum anderen, weil unter dem Haus eine Tiefgarage liegt, gebaut in den Rosenheimer Seeton. Er könnte aufgrund der Abrissarbeiten in Bewegung geraten – eine Gefahr für die Nachbarhäuser. Die Beratung in dieser Sache haben Fachgutachter der Technischen Universität München übernommen. Um zusätzlich Stabilität in den Baukörper zu bekommen, wird in die bestehende Tiefgarage eine neue eingebaut. In der Folge fallen einige Stellplätze weg. Sie will die VR-Bank ebenerdig anlegen, auf rund 200 Quadratmetern Fläche.
Mit der Fertigstellung ihres Neubaus an der Bahnhofstraße rechnet die VR-Bank Ende 2022.bw