Rosenheim – Die Garderobe im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim wird erweitert und in einem eigenen Anbau untergebracht. Die Stadt gibt für die Umgestaltung 320000 Euro aus. Ein Projekt, das die Mehrheit der Rosenheimer Stadträte befürwortet. Es gibt aber auch kritische Stimmen.
Warum die Stadt den Umbau plant, ist schnell erklärt: Bei Großveranstaltungen gibt es ein massives Platzproblem für die Kleiderabgabe der Kuko-Besucher. Und: Wenn die Garderobe verlegt wird, wird eine Fläche frei, die anderweitig genutzt werden kann. Etwa für Ausstellungen oder auch für die Getränkeausgabe während eines Konzerts. Die bisherige Ausgabestation funktioniert nach Angaben der Stadt nicht mehr, wenn etwa 1000 Gäste zu bewirten sind. Und schließlich: Der Anbau ermöglicht einen barrierefreien Zugang zur Kleiderabgabe. Nicht mehr nötig wäre es dann zudem, die Garderobe im Tiefgarageneingang A unterzubringen, wie es bereits bei großen Tagungen geschehen ist.
Der geplante Anbau soll sich nordseitig des Verbindungsgangs zwischen Haus A und B angliedern. Die veranschlagten Kosten beinhalten vor allem das Bauwerk selbst, wobei erste Schätzungen von 310000 Euro allein für diesen Posten ausgegangen waren. Er ist nun mit 290000 berechnet. Die weiteren 30000 Euro werden verwendet, um Möbel für die Garderobe zu kaufen und eine Risikovorsorge abzuschließen.
Im Stadtrat fielen die Reaktionen überwiegend positiv aus. Parteiübergreifend schließen sich die Stadträte der Einschätzung von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) an: Sie stellte die Bedeutung des Kultur- und Kongresszentrums heraus und verwies darauf, dass die Höhe der Ausgaben auch darin begründet sei, dass öffentlich ausgeschrieben werden müsse und eine gewisse „Wertigkeit“ des Anbaus wichtig ist. Nicht zustimmen mochten drei Stadträte, unter ihnen CSU-Stadtrat Hans Peter Lossinger und sein Parteikollege Josef Gasteiger. Beide monierten die Kosten als zu hoch. Das Geld werde unnütz verwendet und wären in anderen Bereichen, etwa für Radwege, sinnvoller eingesetzt. Dem Bürger sei ein solch hoher Betrag nicht zu vermitteln, sagte Lossinger. Gasteiger fügte an, die Stadt habe Steuern und Gebühren erhöht, auch er halte den Umbau für überteuert. „Die Stadthalle gehört zu uns und ist Teil der Gesellschaft“, hielt Gabriele Bauer beiden entgegen.bw