Rosenheim – Die einheimischen Fans der Rosenheimer Eishockeymannschaft Starbulls brauchen wieder ein Zuhause. „Es kann nicht sein, dass die Rosenheimer draußen bleiben müssen.“ Mit diesem eindringlichen Appell hat sich Rudolf Hötzel, Stadtrat der Republikaner, an die Stadt gewandt. Sie soll dafür sorgen, dass die Gaststätte am Stadion wieder aufsperrt. Die Gastronomie ist, wie berichtet, seit Dezember geschlossen.
Hötzel, selbst glühender Eishockey-Fan, sagte zu seinem Antrag im Stadtrat, die momentane Situation sei „sehr traurig“. Viele Rosenheimer fühlten sich ausgeschlossen, seit das Pächterehepaar Uschi und Jürgen Nowak den Betrieb der Gaststätte aufgegeben habe. Hötzel wandte sich direkt an Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU), bat sie darüber nachzudenken. Schließlich habe die Stadt als Eigentümerin des Emilo-Stadions sehr viel Geld in die verglaste Fensterfront der Gaststätte investiert und nun seien weitere große Ausgaben geplant, um das Gebäude brandschutztechnisch auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen.
Gabriele Bauer wies darauf hin, dass die Entscheidung Sache des Vereins sei, und die der Brauereien Auer und Flötzinger, denen die Gaststätte gehört. Der Verein habe eben andere Vorstellung, sagte die Oberbürgermeisterin – und meinte damit insbesondere den vor zwei Jahren vollzogenen Umbau eines Bereichs der Gaststätte in eine „Partner Lounge“. Teil dieser Lounge sind rund 80, und nicht wie berichtet 24, Sitzplätze an einer Fensterfront mit direktem Blick auf die Eisfläche.
Wie wichtig und auch richtig die Entscheidung für ein neues Konzept sei, darauf wies CSU-Stadtrat Daniel Artmann hin, Mitglied im erweiterten Vorstand der Starbulls. Der Verein brauche Geld und habe sich deshalb für einen Premium-Sponsor entschieden. Dass der seinen Namen nicht nur an der Bande lesen wolle, sei doch verständlich, sagte Artmann. Die Einnahmen stünden ja unter anderem auch zur Verfügung, um neue Spieler zu kaufen. Im Übrigen habe der Verein sein Vorgehen den Fans vorgestellt und dafür Zuspruch erhalten.
Verständnis
für den Frust
Verständnis für den Gaststätten-Frust bei den Fans hat Christian Hötzendorfer, der Erste Vorstand des Eishockey-Vereins: „Es gibt halt einige, die gehen seit 40 Jahren ins Stadion. Die wollen nicht, dass sich was ändert. Das sind glühende Anhänger. Ich verstehe das und das zeigt doch ihre Begeisterung für den Verein.“ Andererseits, sagte Hötzendorfer, hätten auch viele Anhänger Verständnis für den neuen Kurs. Das Geld käme nun mal über den Business-Bereich, das sei bei anderen Sportvereinen nicht anders.
Wie es nun weitergehen soll, steht für Hötzendorfer außer Frage: Die Gaststätte muss aus brandschutztechnischen Gründen saniert werden. Daran führt kein Weg vorbei. Die Arbeiten werden wohl über das laufende Jahr hinaus gehen. Bis zu ihrem Abschluss, also „bis auf Weiteres“ bleibt die Gaststätte geschlossen. Grundsätzlich aber soll sie wieder aufsperren. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, eine Lösung zu finden, die für alle gut ist“, sagt Hötzendorfer. Und: „Die Fans brauchen eine Gastronomie, die der alten möglichst nahe kommt.“
Gelingt das, können sich die Rosenheimer Fans über ein neues „Zuhause“ am Stadion freuen. Und das wird sicher auch Stadtrat Hötzel gefallen.