Rosenheim – „Ab ins Märchenland“ ertönt es aus den Lautsprechern. Gebannt blicken die 350 Kinder auf das prächtige Märchenschloss mit seinen dicken Mauern und bunten Fenstern. Ein Knall.
Die beiden Hauptfiguren Yoyo, Held der 100 Abenteuer, und der Wissenschaftler Dr. Croc, erscheinen auf der Bühne. Die Fantasiefiguren führen das Publikum durch den Märchenklassiker Dornrösschen – in abgewandelter Form. Denn im Märchen der Gebrüder Grimm war nie die Rede von Yoyo und Dr. Croc. Ins Geschehen passen sie trotzdem.
Im Kindermusical „Simsala Grimm“ bewegen sich die beiden auf einem riesengroßen Märchenbuch durch die Zeit, und helfen den „Guten“ das „Böse“ zu besiegen.
Das „Böse“ ist in diesem Fall, die schwarze Fee. Diese wurde zu der Geburt der kleinen Prinzessin Rosa nicht eingeladen – ein schwerer Fehler, wie sich später herausstellt.
In ihrem Zorn spricht die schwarze Fee einen Fluch aus. Im Alter von 17 Jahren soll sich Dornröschen an einer Spindel stechen und so den Tod finden. Die gute, weiße Fee kann den Fluch zwar nicht verhindern, aber wenigstens abmildern. Die Prinzessin fällt somit nur in einen hundertjährigen Schlaf.
Die gute Nachricht: Das Publikum muss nicht 17 Jahre warten um zu sehen, wie es weitergeht. Yoyo
und Dr. Croc können mit ihrem Märchenbuch durch die Zeit reisen – 17 Jahre vergehen so in Sekundenschnelle.
Die beiden haben übrigens auch schon in anderen Märchen mitgespielt: „Wir haben Rapunzel die Haare geschnitten und dem Gestiefelten Kater, Stiefel gekauft“, sagen die beiden mit einem gewissen Stolz in der Stimme.
Im Rosenheimer Kuko ist es die Aufgabe der beiden, Dornröschen davor zu bewahren, sich an einer Spindel zu stechen.
Als ob diese Aufgabe nicht schon schwer genug wäre, probiert eine alte Bettlerin Dornröschen auch noch mit einem knallroten Apfel zu vergiften. Dr. Croc erinnert an Schneewittchen und hält Dornröschen davon ab, einen Bissen zu nehmen. Das Problem: Die Prinzessin ist sauer, rauscht davon und landet bei der bösen Fee. Es kommt, wie es kommen muss: Dornröschen sticht sich an einer Spindel und fällt in einen tiefen Schlaf. Dichter Nebel sorgt für die nötige Dramatik.
100 Jahre später: Zum Glück gibt es Yoyo und Dr. Croc. Die beiden begeben sich auf die Suche nach einem Märchenprinzen. „Er muss singen können, ein gutes Herz haben und mutig sein“, sind sich die beiden Hauptfiguren einig. Drei Männer kommen in die engere Auswahl – Prinz Berthold macht das Rennen. Einziges Problem: Er kann nicht singen. „Die Moral der Geschichte: Den perfekten Prinzen gibt es nicht. Irgendeinen Fehler hat jeder“, bedauert Yoyo.
Mithilfe der weißen Fee nimmt das Märchen aber trotzdem ein gutes Ende. Applaus dafür gibt es von den 350 Zuschauern, aber auch Dr. Croc und Yoyo sind mit ihrer Arbeit sichtlich zufrieden.