Rosenheim – Zum elften Mal luden die Frauen der SPD Rosenheim jetzt mit ihrer Vorsitzenden Britta Promann zu „Sekt & Selters“. „Eine schöne Tradition, die die damalige Vorsitzende und jetzige Stadt- und Bezirksrätin Elisabeth Jordan ins Leben gerufen hat. Wir merken aber immer noch, dass es diese Tradition auch weiterhin brauchen wird. Wir sind noch lange nicht am Ziel“, sagte Promann zum Auftakt der Veranstaltung, die unter dem Titel „Frauen.Wählen.Jetzt“ stand.
„Vor 70 Jahren hatte es der Satz ,Männer und Frauen sind gleichberechtigt‘ ins Grundgesetz geschafft“, sagte Ruth Müller, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Gastrednerin der Veranstaltung. Verantwortlich hierfür sei wiederum eine Frau, die SPD-Politikerin Elisabeth Selbert, gewesen. Doch von einer vollkommenen Gleichberechtigung von Mann und Frau sei man in Deutschland noch weit entfernt, so Müller.
Auch wenn sich laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung junge Menschen heute eine gleichberechtigte Partnerschaft wünschten, gäbe es noch viele Hürden zu überwinden. Erziehungsurlaub, Teilzeitbeschäftigung, Rollenbild von Mann und Frau und schlussendlich die finanzielle Kluft bei den Renten von Frauen und Männern machten deutlich, dass Frauen nach wie vor benachteiligt seien, kritisierte die frauenpolitische Sprecherin der bayerischen SPD-Landtagsfraktion.
„Wenn sich in der Politik schneller etwas ändern soll, brauchen wir mehr Frauen, die bereit sind, sich politisch zu engagieren“, machte Müller deutlich. Gehörten dem ersten Deutschen Bundestag 6,8 Prozent Frauen an, waren es in der letzten Legislaturperiode bereits 36,5 Prozent. Im neugewählten Deutschen Bundestag sind es wieder nur 31 Prozent. Ein Rückschritt, der auch im Bayerischen Landtag sichtbar sei. Nur 55 von 205 Abgeordneten sind Frauen.
„Die SPD ist immer vorne dabei, wenn es um große Errungenschaften geht. 100 Jahre Frauenwahlrecht haben wir dem Sozialdemokraten Kurt Eisner zu verdanken. 2018 feierten wir 30 Jahre Frauenquote in der SPD und im Bayerischen Landtag wollen wir das schaffen, was seit dem 31. Januar 2019 im Landesparlament in Brandenburg beschlossen wurde – das Parité-Gesetz“, so Müller. Mit diesem Gesetz sollen alle Parteien Frauen und Männer quotiert aufstellen müssen. „100 Jahre Frauenwahlrecht sind ein Jubiläum zum Feiern, aber wir müssen für ein weiblicheres Bayern noch viel unternehmen“, schloss die SPD-Landtagsabgeordnete.
Für die Vorsitzende der Rosenheimer SPD, Elisabeth Jordan, war die Rede eine klarer Appell für mehr Frauen den Parlamenten: „Wir brauchen Frauen, die sich auch kommunal einsetzen für ihre Themen. Und den Titel der Veranstaltung muss man daher für das Jahr 2020 und die Kommunalwahlen erweitern – ,Frauen.Wählen.Jetzt.Frauen‘.