Rosenheim – Für Herbst 2019 ist der Start der neuen Ausstellung angesetzt. Das genaue Datum steht erst fest, wenn absehbar ist, wann die umfangreichen Arbeiten im und am Lokschuppen abgeschlossen werden können.
2018 gab es aufgrund der Sanierung und Erweiterung keine Ausstellung. Langweilig war es Dr. Peter Miesbeck und seinem Team aber trotzdem zu keinem Zeitpunkt. „Ganz im Gegenteil. Für uns gibt es immer viel zu tun. Wir machen keine Pause“, erzählt der Leiter des Ausstellungszentrums. Unterstützung bei der konzeptionellen Arbeit bekommt er von Elisabeth Scheueregger und Laura Thiemann im Bereich der Ausstellungsorganisation. Stefanie Kießling ist zuständig für die museumspädagogischen Programme. Barbara Huber für den Besucherservice.
Die Themenfindung startet generell fünf bis sieben Jahre im Voraus. „Je früher, desto besser“, steht für Dr. Peter Miesbeck fest. Darum ist auch jetzt schon klar, was nach den Sauriern der Meere kommen wird: 2021 die Eiszeit, 2022 die Kelten und 2023 die Vulkane.
Welche Themen in der Öffentlichkeit gut ankommen könnten, wird regelmäßig mittels Besucher-Befragung im Lokschuppen ermittelt. Da fallen dann auch immer wieder einmal Ideen durch, von denen sich die Planer durchaus Potenzial versprechen, wie beispielsweise die „Terrakotta-Armee“ oder „Weltraum“. „Schade“, bedauert Dr. Peter Miesbeck. Aus Erfahrung weiß er aber, dass sich der Geschmack der Besucher mit den Jahren wandelt und auch diese beiden Themen vielleicht irgendwann in der Zukunft noch eine Chance auf Realisierung bekommen.
Nach der Festlegung des Themas folgen Kostenkalkulation und Bestätigung der Durchführung durch den Aufsichtsrat der Veranstaltungs- und Kongress GmbH Rosenheim. Danach beginnt die inhaltliche Erarbeitung. Bei den Meeressauriern war das 2017 der Fall.
3D-animierte Hauptdarsteller
Für Außenstehende gibt es in den zukünftigen Ausstellungsräumlichkeiten aktuell noch überhaupt nichts zu sehen. Aber es existieren Modelle und Pläne vom Endergebnis, die zeigen, was die Besucher alles erwarten wird: Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis verspricht das erste digitale und echtzeitrealisierte „Paläoaquarium“ Europas. Über 50 Quadratmeter Fläche wird seine Projektionsfläche einnehmen. Sowohl die 3D-animierten „Hauptdarsteller“ als auch die 1:1-Modelle der Urzeit-Reptilien wurden auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse eigens für das Ausstellungsprojekt im Lokschuppen entwickelt.
„Um eine Ausstellung dieser Größe zu planen, ist gutes räumliches Denkvermögen Grundvoraussetzung“, weiß Elisabeth Scheueregger. Die Technik bietet heutzutage zusätzlich gute Dienste: Mittels einer VR-Brille können sich nicht nur die Lokschuppen-Mitarbeiter sondern auch potenzielle Interessenten für Folgestandorte erstmals auf Rundgang durch die spätere Ausstellung begeben und so bereits vorab einen Eindruck der „Saurier“ bekommen. Dass VR-Brillen in naher Zukunft auch den Besuchern der Ausstellungen zur Verfügung gestellt werden, schließt Dr. Peter Miesbeck aus: „Jeden Besucher eine derartige Brille zur Verfügung zu stellen, wäre zu aufwendig. Außerdem bleibt der Fokus sicherlich auch in Zukunft auf den realen Exponaten.“
Weltweite Suche
nach Exponaten
Auf der Suche nach spannenden Ausstellungsstücken stöbert das Lokschuppen-Team auf der ganzen Welt in Archiven und Speichern von Museen und Depots. „Dabei kommt es immer wieder zu Überraschungen im positiven wie auch im negativen Sinne“, erzählt Dr. Peter Miesbeck. Positiv, weil man beim Stöbern in Kisten und Schränken auch auf Exponate stößt, die bislang noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Negativ, weil man manchmal erst vor Ort feststellt, dass ein bereits fest in die Ausstellung eingeplantes Exponat zu fragil für die Reise nach Rosenheim ist.
Eine besondere Herausforderung für die aktuelle Ausstellung ist die Produktion der bis zu zwölf Meter langen, lebensgroßen Saurier-Modelle. Sie werden auf Basis neuester wissenschaftlicher Forschung exklusiv für die Ausstellung im Lokschuppen von einem darauf spezialisierten Modellbauer in Italien angefertigt.
Bis sie zusammen mit den anderen Exponaten in den Lokschuppen einziehen können, werden aber noch Monate vergehen. Derzeit arbeitet das Team an den begleitenden Texten und Grafiken, außerdem werden die Medien- und Interaktionsstationen weiter entwickelt und umgesetzt.