Jakob Scharbert ist bester Vorleser

von Redaktion

Vorlesen will gelernt sein: Beim Stadtentscheid des Vorlesewettbewerbs in der Rosenheimer Stadtbibliothek stellten jetzt acht Schüler ihr Können unter Beweis.

Natascha Krizanac, 35

Bürokraft

Rosenheim – „Ich habe natürlich auf den Sieg gehofft, hätte es aber nicht erwartet“, strahlte Jakob Scharbert. Der elfjährige Schüler vom Karolinengymnasium las eine Passage aus dem Buch „Ferien im Schrank“ und überzeugte nicht nur die Juroren, sondern auch die Zuhörer. Die Geschichte von Annette Roeder ist eines von Scharberts Lieblingsbüchern und handelt von Anton und seiner Familie, die die Sommerferien in einem Möbelhaus verbringen. „Ich mag aber auch Krimis und Fantasy-Romane“, schwärmt er.

„Jakob war einfach super“, sagt Jury-Mitglied Kilian Grübler. Der Zwölfjährige muss es wissen, er nahm im vergangenen Jahr selbst am Vorlesewettbewerb teil und belegte den ersten Platz. „Ich freue mich wahnsinnig, in der Jury zu sitzen und finde es total interessant“, sagt der Zwölfjährige. Mit ihm die Punkte verteilten Julia Witte von Radio Regenbogen, Viktoria Wirt, die gerade ihr freiwilliges, kulturelles Jahr in der Stadtbibliothek absolviert und OVB-Volontärin Anna Heise.

Der Stadtentscheid war in zwei Teile unterteilt. In der ersten Hälfte stellten die Teilnehmer ein Buch ihrer Wahl vor und lasen eine Textstelle daraus vor. Unter den Exemplaren waren zum Beispiel „Ausgleichskind“ von Kirsten Boie, „Warcross – Das Spiel ist eröffnet“ von Marie Lu, „Dark Lord“ von Jamie Thomson und „Labyrinth der Geheimnisse – die Taucher im Teufelssee“ von Matthias von Bornstädt.

Im zweiten Teil des Vorlesewettbewerbs mussten die Teilnehmer einen Fremdtext vortragen. Ausgewählt wurde das Buch „Fette Kohle“ von Dorit Linke – ein Kinderkrimi.

„Ich versuche, Bücher von deutschen Autoren auszuwählen“, sagt die Leiterin des Kinderhauses, Gabriela Schmidt. Den kleinen Vorlesern schien das spannende Buch zu gefallen. Sie meisterten den Text hervorragend und begeisterten die Juroren.

Allen voran Jakob Scharbert. Der Zwölfjährige las auch den Fremdtext ohne Probleme und erkämpfte sich somit verdient den ersten Platz. Für ihn geht es weiter zu den Bezirksentscheiden, die im März und April stattfinden.

Und noch eine Besonderheit gab es in diesem Jahr: Der Vorlesewettbewerb jährte sich zum 60. Mal. „Ich finde es super, dass sich so
viele Kinder anmelden. Vor Fremden zu lesen, ist gar nicht so einfach“, sagt Schmidt. Eine Hürde, die Scharbert erfolgreich meisterte.