Rosenheim – Wenn es um die Radwege und den Busverkehr geht, hat die Stadt Rosenheim mächtig Nachholbedarf. Das zumindest findet die SPD-Stadtratsfraktion und legt daher drei Anträge für eine „alternative Verkehrsentwicklung“ vor.
• Zunächst geht es den Sozialdemokraten ganz grundsätzlich darum, die Hauptstraßen der Stadt fahrradfreundlicher zu gestalten. Sie fordern die Stadt auf, ein zeitliches und inhaltliches Konzept vorzustellen, wie die Äußere Münchener Straße, die Aisinger Straße, die Ebersberger Straße und die Innsbrucker Straße bis spätestens 2021 durchgehend mit einem Radweg ausgestaltet werden können, „der den aktuellen Anforderungen entspricht“. Den entsprechenden Antrag will die SPD-Stadtratsfraktion im nächsten Verkehrsausschuss behandelt wissen, eventuell kombiniert mit dem Haupt- und Finanzausschuss. Zur Begründung für ihren Antrag teilt die SPD-Stadtratsfraktion mit: Angesichts des „enormen Kfz-Verkehrs in Rosenheim“ müssten „endlich Angebote geschaffen werden“, um den Umstieg auf alternative Verkehrsmittel zu erleichtern. Zumal viele Strecken innerhalb der Stadt maximal bis zu fünf Kilometer lang seien – und damit ideal, um mit dem Rad bewältigt zu werden.
• In ihrem zweiten Antrag wendet sich die SPD-Stadtratsfraktion der Radwegsituation entlang der Ebersberger Straße zu, insbesondere in dem Abschnitt von der Schillerstraße bis zur Pernauerstraße. Die Stadt solle für diesen Bereich Planungen auf den Weg bringen und die Kosten ermitteln, die notwendig sind, um die Radwegsituation zu verbessern. Außerdem soll diese Radwegeverbindung im Radwegebedarfsplan „in die oberste Priorität“ eingestuft werden. Um dem Radweg mehr Platz einräumen zu können, muss die Stadt anliegende Grundstücke kaufen. Die entsprechenden Verhandlungen soll die Stadt aufnehmen, schreiben die Antragsteller.
Notwendig seien diese Schritte, weil die Situation in diesem Abschnitt „nicht tragbar“ sei. Der Fußgängerweg, frei für Radfahrer, sei stadteinwärts „sehr eng“, die Übergänge zur Straße hin seien „sehr uneben und gefährlich“. Im Sinne der Schulwegsicherheit und für mehr Sicherheit für alle Radlfahrer müsse diese Radwegverbindung „dringend neu geplant und zeitnah umgesetzt“ werden, teilt die SPD mit.
• Schließlich haben die Antragsteller auch die Strecke zwischen dem Neubaugebiet Mitterfeld und Westerndorf St. Peter an der Ebersberger Straße im Blick. Dort, so fordern sie, müsse Tempo 50 gelten – analog zu Tempo 50 zwischen Schwaig und Hohenofen. Dort, so haben die Sozialdemokraten festgestellt, seien viele Verkehrsteilnehmer viel zu oft viel zu schnell unterwegs. Mit einem Tempolimit könne man vermeiden, dass Autofahrer zwischen den beiden Stadtteilen Westerndorf St. Peter und Mitterfeld stark beschleunigen, oder, verzögert, die Geschwindigkeit reduzieren. In der Folge erhöhe sich die Verkehrssicherheit und nehme der Straßenlärm ab.
Neben den Verbesserungen für die Radfahrer hat die SPD-Stadtratsfraktion auch den Busverkehr im Blick. „Seit zwei Jahren werde nun schon geplant und geplant“, teilt der Fraktionsvorsitzende Robert Metzger mit, „und nichts passiert.“ Daher wird die Stadt aufgefordert, Ergebnisse und Vorschläge zur Umsetzung vorzulegen – und zwar „noch in diesem Jahr“.bw