Bordell? Disco? Was ist da los?

von Redaktion

Das „Hotel Gasthof zur Post“ gibt Rätsel auf: Ist es ein Bordell? Eine Disco? Das fragen sich die Anwohner – und auch im Bauausschuss wurde jetzt darüber gesprochen. Wie das Gebäude derzeit genutzt wird und wie es weitergeht, erörterte der Ausschuss.

Kolbermoor – Was ist los im „Gasthof zur Post“ an der Gehrerstraße? Das fragen sich viele Kolbermoorer. „Nachts leuchtet das ganze Haus, ist da etwa ein Bordell oder eine Disko drin?“, fragt ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Auch im Bauausschuss war das Gebäude Thema: Nach der Sitzung sagte Caroline Schwägerl (Grüne Liste Kolbermoor), dass sie mehrfach von Anwohnern angesprochen wurde. Was dort los sei. „Tagsüber stehen viele Fenster im hinteren Bereich des Gebäudes sperrangelweit offen und auf dem Parkplatz stehen viele Fahrzeuge“, erzählte Schwägerl.

Eine Diskothek befindet sich nicht in dem Gebäude, sondern eine Sishabar – „das haben wir seitens der Stadt als Zwischennutzung so genehmigt“, sagt Rathauschef Peter Kloo. Und der Parkplatz ist an die Wäscherei Stangelmayer vermietet, das erklärt, warum der Parkplatz voll ist.

Und die offenen Fenster? Ein Teil des Gebäudes ist vermietet. Dort sollen laut Stadt rund 50 Mieter wohnen. Aus Brandschutzgründen dürfen dort allerdings derzeit gar nicht so viele wohnen, so die Stadt.

Deshalb hat die Stadt jetzt die Baukontrolle des Landratsamtes Rosenheim auf den Plan gebracht. Als die Mitarbeiter der Behörde vor Ort waren, stellten sie fest, dass viel zu viele Mieter dort untergebracht sind. Eine Stellungnahme seitens des Landratsamtes gibt es allerdings nicht, weil es sich um kein öffentliches Gebäude handelt, sondern um ein privates, heißt es aus der Behörde.

„Im Obergeschoss ist für vier Zimmer eine Nutzungsuntersagung seit 2015 aufgrund fehlendem Brandschutzes vom Landratsamt angeordnet“, sagt Thomas Beer von der Bauverwaltung der Stadt Kolbermoor. Das Landratsamt habe den Verantwortlichen jetzt aufgefordert, die vier Räume sofort räumen zu lassen. Ihm droht jetzt ein Bußgeld.

Vermietet wurde das Gebäude vom Besitzer, der Mithras GmbH, einer Immobilienagentur in Stephanskirchen. Chef ist Dr. Manfred Griehl – der hat das Gebäude komplett vermietet. Und warum wird nicht saniert, gebaut? Auf Nachfrage unserer Zeitung, sagt Griehl, dass er bereits mit einem Architekten vor Ort war. Griehl möchte ein „Hotel/Boardinghaus“ realisieren. Und auch die Gaststätte soll wieder belebt werden. Aber „wir müssen einen Betreiber finden und das ist schwierig“, sagt er.

2020 könnten die Bagger anrollen

Bevor die Architekten allerdings loslegen können, muss der Bebauungsplan seitens der Stadt fertig sein – das soll laut Beer im Sommer sein. Das hofft Griehl auch, dann können im Frühjahr 2020 die Bagger anrollen und das Gebäude saniert werden. Mit einer Fertigstellung rechnet Griehl dann – soweit alles nach Plan läuft – im Herbst 2021.

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