Weißbräu-Stüberl sperrt zu

von Redaktion

Hauseigentümer will Wohnungen bauen – Pächter Lars Moser plant Neuanfgang

Rosenheim – Ein paar wenige Tage noch, dann schließt das Weißbräu-Stüberl in Rosenheim seine Türen. Am 24. Februar wird Pächter Lars Moser ein letztes Mal in der Küche stehen. Werden die Stammgäste zum letzten Mal hier einkehren, in der Gaststube an der Färberstraße. Elf Jahre lang führte Moser das Lokal. Jetzt sollen an dieser Stelle Wohnungen entstehen.

Moser nimmt das Aus gelassen. Es war abzusehen. Denn schon vor einiger Zeit hatte das Haus den Besitzer gewechselt. Der neue Eigentümer will es umnutzen, Wohnungen einrichten, in eine sogar selbst einziehen. Für den 47-jährigen Moser kommt dieser Schritt auch ein wenig wie ein Wink des Schicksals: Nach dem Aus möchte er die kommenden Monate für sich selbst nutzen. Durchschnaufen und Kräfte sammeln. Drei Wochen Urlaub sollen den Anfang machen. Er spüre, dass der Körper ausgezehrt sei, sagt Moser. Er freut sich auf die Zeit der Regeneration und Erholung. Weiß sie als echtes Privileg zu schätzen. „Ein paar Monate, vielleicht den Sommer über, eine Auszeit zu nehmen, das ist ja nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man selbstständig arbeitet“, sagt er.

Es ist die Zufriedenheit seiner Gäste, die den Gastronomen und gelernten Koch mit sehr viel Zuversicht in die Zukunft blicken lässt. Viele seiner Stammgäste sind traurig über das Ende an der Färberstraße. Haben ihm aber auch längst zugesichert, mit umzuziehen. Gerne wiederzukommen, wenn neue Räume gefunden sind. Für Lars Moser steht das außer Frage: Es soll und es wird weitergehen. Auf jeden Fall noch in diesem Jahr möchte er an anderer Stelle in Rosenheim erneut einen Gastronomie-Betrieb eröffnen. Wo, das überlässt er in erster Linie seinem Bauchgefühl. „Es muss einfach passen. Wenn ich reingehe und ich habe ein gutes Bauchgefühl, dann weiß ich, dass ich richtig bin“, sagt er.

So sei es ihm auch damals, vor elf Jahren, mit dem Weißbräu-Stüberl gegangen. Sein gutes Gefühl bei der Besichtigung der Räume habe entschieden – allen kritischen Stimmen zum Trotz, die ihn vor der Lokalität gewarnt hätten. In dieser Lage? Mit einem Namen, der eher an eine „Boazn“ mit gut alkoholisierten Gästen erinnere als an eine gepflegte Gaststätte? Moser entschied – und hat offensichtlich recht behalten.

Der Erfolg seiner Arbeit ist es, der ihm nun die Gelassenheit gibt, die kommenden Monate nicht dem Geschäft, sondern seiner eigenen Gesundheit zu widmen. Und auch für sein Personal blickt er positiv voraus: Die Chancen für die beiden Festangestellten und rund zehn Aushilfen stünden gut, sagt er. In der Gastronomie würden doch ständig Mitarbeiter gesucht.

Zum Abschied an der Färberstraße will Lars Moser noch einmal richtig aufkochen. Auf der Facebook-Seite des Weißbräu-Stüberls verspricht er, es werde noch einmal „scharf und süß mit Chili und Schokolade“. Außerdem versäumt er es nicht, sich für eine „wunderbare Zeit“ zu bedanken, bei seinen Gästen, seiner Familie, den vielen Freunden und bei all seinen Mitarbeitern. Ilsabe Weinfurtner

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