Katzenschmusen bei Kaffee und Kuchen

von Redaktion

Thomas Leidner will in der Rosenheimer Innenstadt ein besonderes Café eröffnen

Rosenheim – Eine Tasse Kaffee, dazu bitte eine Katze zum Streicheln: Diese besondere Art von Café gibt es bereits in München – und soll es bald auch in Rosenheim geben. Eine Idee, die Thomas Leidner verwirklichen möchte. Ein 38-Jähriger, dessen Leben so eigenwillig ist wie die Geschäftsidee auch.

Thomas Leidner hat viele Jahre als Investmentbanker gearbeitet. Nach einer stressbedingten Magenerkrankung, kündigte er seinen Job und machte sich auf die Suche nach „einem Beruf, der Sinn macht“. Er hatte, so sagt er, mehr als 20 Kilo abgenommen und war Veganer geworden. Diese Erfahrung gab dann letztlich den Anstoß, ein vegan-vegetarisches Café zu eröffnen, in dem Katzen frei herumlaufen und von den Gästen gestreichelt werden dürfen.

Doch so ohne Weiteres konnte Leidner seinen Plan nicht verwirklichen. Unter anderem musste er eine theoretische Prüfung beim Veterinäramt über den Umgang mit Katzen ablegen. Und er absolvierte eine praktische Prüfung im Tierschutzheim. Nachdem Thomas Leidner diese und andere Hürden, insbesondere bei den Behörden, gemeistert hatte, eröffnete er an der Türkenstraße in München im Mai 2013 das „Café Katzentempel“. Nach eigener Aussage das erste Café dieser Art in Deutschland.

Das Konzept geht auf – nach Standorten in München, Nürnberg, Hamburg und Leipzig, soll jetzt auch Rosenheim folgen. „Viele Studenten, eine gute Lage und eine ausgezeichnete Anbindung“, sprechen für Rosenheim, findet Leidner.

Momentan ist er auf Immobiliensuche. In einem Facebook-Aufruf bittet er um Mithilfe. Zentral soll die Immobilie gelegen sein, mit Gastronomie, um die 160 Quadratmeter groß und mit einer großen Fensterfront für die Katzen. Sobald die Immobilie gefunden ist, dauert es in etwa vier Monate bis das Katzencafé eröffnen kann. An dem neuen Standort in Rosenheim sollen zehn bis 15 neue Arbeitsplätze entstehen sagt Leidner.

Doch wieso eigentlich Katzen? „Es ist bewiesen, dass sich gerade bei gestressten Menschen, der Blutdruck in der Gesellschaft von Tieren senkt“, sagt Leidner. Außerdem: Viele Menschen sind mit Tieren aufgewachsen, haben aber keine Zeit und keinen Platz, sich selbst Tiere zu halten. Mit einem Besuch im Katzencafé könne das Bedürfnis nach einem Haustier zumindest teilweise befriedigt werden.

Für die Katzen soll ein eigener Raum geschaffen werden. Quasi ein Rückzugsort für die Vierbeiner. Der Zutritt für die Gäste sei dort verboten. In diesem Raum sollen auch die Katzenklos stehen. Geplant seien außerdem Liegeflächen hoch oben an der Wand, an die Menschen nicht herankommen. Zur besseren Eingewöhnung wird Leidner für die ersten drei Wochen mit den Katzen in der neuen Immobilie übernachten.

Sechs Tiere sollen einziehen

In das Rosenheimer Katzencafé sollen sechs Katzen einziehen – am liebsten direkt aus dem Rosenheimer Tierheim. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Andrea Thomas, ist von dieser Idee begeistert. Allerdings gebe es im Tierheim momentan keine Hauskatzen. Für Freigänger-Katzen sei eine Umgewöhnung zur Hauskatze nahezu unmöglich. Trotzdem bleibt Thomas optimistisch: „Wenn wir eine menschenbezogene Hauskatze haben, würden wir die natürlich sofort vermitteln.“

Aber: Leidner weiß auch, dass er mit den Katzen allein sein Konzept nicht erfolgreich bestreiten kann. Die Qualität und Ausrichtung des Speisen- und Getränke-Angebots muss ebenfalls stimmen. Deshalb setzt Leidner mit seiner Speisekarte auf eine Vielzahl von Gerichten: Suppen, Kuchen, Burger, Spinatpfandkuchen, Rühreier oder Weißwürste. Alles werde natürlich vegan zubereitet, sagt Leidner.

Extreme strenge Hygienevorschriften

Damit die Katzenhaare nicht in der Suppe oder auf dem Kuchen landen, sind die Hygienevorschriften in den Katzencafés extrem streng. Geplant ist deshalb auch in Rosenheim eine Küche mit separatem Eingang, Köche dürfen mit den Katzen erst nach Dienstschluss schmusen, damit keine Haare in die Küche gelangen. Die Teller mit den Speisen, werden durch Deckel geschützt und durch eine verschließbare Durchreiche an den Kellner übergeben. Sobald der Kunde seinen Teller in der Hand hält, trägt er die Verantwortung.

Übrigens: Angst, dass die Katzen etwas vom Teller klauen muss niemand haben: „Die interessieren sich nicht für dieses Essen“, sagt Leidner.

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