Kolbermoor – Die Radler haben viele Forderungen an die Stadt Kolbermoor: Neue Wege zum Beispiel, die sich bis nach Rosenheim oder Bad Aibling ziehen sollen. Welche Straßen und Bereiche ihnen Sorgen bereiten, erklärten die Bürger bei der großen Radl-Auftaktveranstaltung im Rathaus.
Rund 50 Kolbermoorer Radler klebten bunte Zettel auf den großen Stadtplan, der im Sitzungssaal des Kolbermoorer Rathauses auslag: „Hier ein Radlweg“, „Zu eng“, „sehr gefährliche Ecke“, „da habe ich Angst“ haben die Bürger auf die kleinen Zettel geschrieben und so ihre Sorgen und Nöte kundgetan. Diese Aktion mit Bürgerbeteiligung verlief im Rahmen des Radverkehrskonzeptes der Stadt – und ist gleichzeitig Auftaktveranstaltung einer Reihe vieler Radl-Aktionen der Stadt.
Stadtgebiet abgefahren
Im Vorfeld des Abends war die Firma „i.n.s. – Institut für innovative Städte“ bereits in Kolbermoor aktiv: Mitarbeiter Janik Layer ist im November an zweieinhalb Tagen durch die Stadt geradelt und hat sich ein Bild von der Radl-Infrastruktur gemacht. „Über 100 Kilometer bin ich geradelt“, sagt er zum Mangfall-Boten. Seine Bilanz: „In Kolbermoor fängt man nicht bei Null an“, sagt er.
Dennoch müsse überlegt werden „wo der innerstädtische Radlverkehr langführen kann, – an der Hauptverkehrsstraße oder über die Nebenstraßen“, erklärt er.
Ein Beispiel: Die Friedrich-Ebert-Straße in Kolbermoor sei eine angenehme Nebenstraße für die Radler, so Layer. Sieht er Probleme? „Außerorts gibt es Lücken“, erklärt er den Anwesenden. Rosenheim, Kolbermoor und Bad Aibling liegen eng beieinander. Kurz: „Bad Aibling und Rosenheim müssen mitmachen.“
Ein Bürger aus Pullach geht noch einen Schritt weiter: „Ein Radweg muss durchgängig von Bruckmühl bis nach Rosenheim führen“, sagt er. Er fährt seit 20 Jahren jeden Tag von Pullach nach Rosenheim, teilweise an der Mangfall entlang. „Der Weg dort muss unbedingt geteert werden“, fordert er bei der Veranstaltung.
Vielen Kolbermoorern ist die Obere Mangfallstraße ein großes Ärgernis: „Sie ist eine Rennstrecke für Pkw-Fahrer“, ärgert sich eine Frau, die jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt. Sie schlägt vor, beispielsweise an Ampeln für Radler einen „eigenen Platz vor dem ersten wartenden Auto zu realisieren“. Eine andere sagt, dass die Obere Mangfallstraße für die Radler wichtig sei. „Wir brauchen dort aber dringend einen Radlweg.“ Einer anderen Bürgerin macht die Bergstraße „große Angst“ – „der Pseudo-Radlweg ist nicht sichtbar“.
Netzplanentwurf
am 10. Mai
Die Ideen und Vorschläge sollen jetzt bis Mai in den Plan von „i.n.s.“ eingearbeitet werden. Am 10. Mai soll der vorläufige Netzplanentwurf laut Klimaschutzbeauftragtem Martin Korndoerfer präsentiert werden. Der nächste Schritt könne sein, Mängel wie „zu hohe Bordsteine“ zu beseitigen, so Korndoerfer, der die Auftaktveranstaltung als „sehr positiv und konstruktiv“ bezeichnet.