Experimentieren mit Sojasoße

von Redaktion

Miriam Mosbach ist beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ ausgezeichnet worden

Rosenheim – Beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ wurden jeweils vier Arbeiten mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Einzige Preisträgerin aus der Region ist Miriam Mosbach vom Ignaz-Günther-Gymnasium.

Miriam Mosbach hat einen vollen Terminkalender. Die 16-Jährige aus Nußdorf besucht die elfte Klasse des Ignaz-Günther-Gymnasiums in Rosenheim und hat den Blick fest auf das Abitur gerichtet. Nach der Schule fährt sie regelmäßig mit dem Zug nach München. Dort nimmt sie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) an Vorlesungen zur Astrophysik teil. Ein Frühstudium, jedoch ohne Prüfungen.

16-Jährige forscht am Max-Planck-Institut

An den übrigen Tagen arbeitet die Schülerin für den Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“ am Max-Planck-Institut für Quantenoptik. „Ich möchte wissen, wie Sojasoße zur Linse für einen Laserstrahl wird“, sagt sie. Eine Thematik, über die es fast keine Bücher gibt und über die nur wenig Menschen genauer Bescheid wissen. Die 16-Jährige lässt sich davon nicht entmutigen. Auf die Idee zu diesem Forschungsprojekt kam sie über die Internetseite des „International Young Physicists‘ Tournament“. Jedes Jahr im März werden hier 17 physikalische Fragestellungen veröffentlicht. Für die Beantwortung haben die Teilnehmer ein Jahr Zeit.

„Ich wollte diese Thematik unbedingt behandeln.“ Doch schon nach den ersten Versuchen machte sich Verzweiflung breit. „Jedes Mal wenn ich ein Problem gelöst hatte, stand ich vor dem nächsten.“ Zwar halfen ihr die Mitarbeiter am Institut im Umgang mit dem Laser, ansonsten ist sie bis heute auf sich allein gestellt. Die wenigen Bücher, die es zur Thematik gibt, verschlingt die Schülerin. Stück für Stück kommt sie der Antwort näher – jedenfalls in der Theorie. Und genau diese stellte sie auch der Jury beim „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb vor. Sie hält einen Vortrag und beantwortet gekonnt die Fragen der Jury. Am Ende setzt sie sich im Fachbereich Physik durch mit ihrem Projekt „Thermischer Linseneffekt“. Damit ist sie eine Runde weiter, als Einzige aus der Region. Der Landeswettbewerb Bayern findet Anfang April in Vilsbiburg statt. Bis dahin gibt es für die Schülerin noch viel zu tun.

„Jetzt geht es daran, die Theorie auch in die Praxis umzusetzen“, sagt sie. An erster Stelle stehe für sie aber weiterhin der Spaß an der Sache. „So langsam ergibt alles einen Sinn. Als ich mit dem Projekt angefangen habe, war es eine Qual“, erinnert sie sich. Woher genau sie die Begeisterung für die Physik hat, weiß die 16-Jährige nicht. „Meine Eltern interessieren sich überhaupt nicht dafür. Aber vielleicht gefällt es mir gerade deswegen“, sagt sie.

Traumberuf Astrophysikerin

Auch für die Zeit nach dem Abitur hat Miriam Mosbach schon große Pläne: Irgendwann will sie als Astrophysikerin arbeiten. „Das wäre mein Traumberuf. Dafür brenne ich“, sagt die 16-Jährige. Abitur, Vorlesungen, Forschungen und das ständige Pendeln von München nach Nußdorf: Sie hat ein volles Programm. „Momentan bekomme ich aber alles unter einen Hut.“ Und wenn doch einmal Zeit für Freizeit bleibt? „Ich zeichne unheimlich gern und bin viel mit dem Skateboard unterwegs.“

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