In die Verlängerung

von Redaktion

Haupt- und Finanzausschuss: Stadträte stimmen für Sanierung des Lehrschwimmbeckens

Rosenheim – Eine erste Entscheidung über die Zukunft des sanierungsbedürftigen Lehrschwimmbeckens Am Nörreut in Rosenheim ist gefallen. Mit dem Vorschlag für einen Neubau waren Oberbügermeisterin Gabriele Bauer (CSU) und ihre Fachexperten in die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses gegangen. Doch dann kam alles anders.

Seit Beginn des Schuljahres ist das Lehrschwimbecken Am Nörreut in Rosenheim geschlossen. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, waren die Mängel zu groß geworden. Die Verwaltung suchte nach einer Lösung. Sanieren? Nicht sanieren? Neu bauen? Wo?

Die Antwort auf diese Fragen schien gefunden mit dem Plan, am Standort Klepperbad ein neues, 25 Meter langes Lehrschwimmbecken mit vier Bahnen zu bauen. Die Idee: Das Bad wird an seiner Westseite erweitert, dort, wo bislang geparkt wird. Der Verlust der Parkplätze ließe sich ausgleichen mit dem Bau eines Parkdecks in der Nähe. Vorteil dieser Planung: Umkleiden, Duschen und Geräteräume müssten nicht neu angelegt werden, die Besucher könnten die bestehenden Anlagen nutzen. Synergieeffekte also, die helfen, Geld zu sparen. Kein unerhebliches Argument angesichts geschätzter Kosten von rund 9,4 Millionen Euro. Inklusive Parkdeck, Abbruch des bestehenden Lehrschwimmbeckens und Neubau einer Turnhalle an gleicher Stelle.

Eine Variante, die die Stadträte im Ausschuss am Ende aber nicht überzeugt hat. Und die Oberbürgermeisterin Bauer noch während der Sitzung kassierte. Sie lasse sich überzeugen, sagte sie dazu.

Überzeugen von der Meinnung der Stadträte. Sie sprechen sich für eine Sanierung des alten Beckens aus, zu einem geschätzten Preis von etwa 7,2 Millionen Euro. Die günstigeren Kosten allerdings spielten bei der Entscheidung nicht allein eine wichtige Rolle. Vielmehr waren sich die Stadträte im Ausschuss parteiübergreifend einig, dass das Lehrschwimmbecken als Teil des Klepperbades viel zu weit weg wäre von den beiden Schulen, bei denen es heute steht. In der Folge müssten die Schüler sowohl des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums als auch der Johann-Rieder-Realschule für jede Schwimmstunde ein ganzes Stück laufen. Zeit, die vom Schwimmunterricht abgehe.

Schon der Begriff „Lehrschwimmbecken“ bestimme den Standort, sagte Robert Multrus, Stadtrat der Freien Wähler/UP Rosenheim. Das Becken habe zu Recht seinen Platz nahe der Schulen. Und auch Herbert Borrmann, Fraktionsvorsitzender der CSU, befand, er habe eine „Grundtendenz“ für das Bad Am Nörreut. Insbesondere, weil der Weg quer durch die Stadt zum Klepperbad keinen Sinn mache. Für die SPD sagte deren Fraktionsvorsitzende Robert Metzger, angesichts der Kosten spreche man sich für eine Sanierung aus. Verärgert äußerte er sich über die Informationspolitik der Stadt. Erst kürzlich habe er sich erkundigt, ob in der Verwaltung Standortalternativen diskutiere. Das sei verneint worden. Er fühle sich „belogen“, sagte Metzger.

Nach der ersten Abstimmung im Ausschuss liegt nun die endgültige Entscheidung beim Stadtrat, der am kommenden Mittwoch tagt.

Froh über die eingeschlagene Richtung ist Brigitte Würth, Direktorin am Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium.Sie hatte an der öffentlichen Sitzung als Zuhörerin teilgenommen. Sie sei „sehr zufrieden“, sagte sie später. Hätten die Schüler zum Unterricht laufen müssen, wäre der Schwimmsport in arge Bedrängnis gekommen.

Sollte sich auch der Stadtrat für eine Sanierung aussprechen, gilt es, das weitere Vorgehen zu klären. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer vermutet, erst nach Ablauf von drei Jahren könnte es wieder regulären Schwimmunterricht im Lehrbecken geben. Auch die Frage der Finanzierung ist zu klären. Bislang sind im Haushalt der Stadt fünf Millionen Euro für den Posten „Lehrschwimmbecken“ eingestellt.

Betroffen vom Fortgang der Dinge ist nicht nur der Schulsport. Auch Rosenheimer Vereinssportler nutzen das Lehrschwimmbecken Am Nörreut, darunter vor allem der TSV 1860 Rosenheim mit seinen Abteilungen Schwimmen und Triathlon sowie die Kindersportschule.

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